Machtkampf in Ägypten Staatsanwalt erlässt Haftbefehl gegen Mursi

Ägyptens gestürzter Präsident Mohammed Mursi sitzt in Untersuchungshaft. Er wurde wegen Mordes und Verbindungen zur Hamas formell festgenommen. Die Radikalislamisten sollen ihm bei einer Flucht im Jahr 2011 geholfen haben.
Ägyptens Ex-Präsident Mohammed Mursi: Staatsanwalt erlässt Haftbefehl

Ägyptens Ex-Präsident Mohammed Mursi: Staatsanwalt erlässt Haftbefehl

Foto: REUTERS

Kairo - Seit gut drei Wochen hält Ägyptens Militär Mohammed Mursi fest. Nun liegt ein Haftbefehl gegen ihn vor. Seit Freitag sitzt der gestürzte Staatspräsident formell in Untersuchungshaft. Der Ex-Präsident wird beschuldigt, sich mit der palästinensischen Hamas-Bewegung zur "Ausführung feindlicher Akte" in Ägypten abgesprochen zu haben.

Ein Richter verhängte über den islamistischen Politiker 15 Tage Arrest, um ihn zu den Verschwörungsvorwürfen zu befragen, wie das staatsnahe Nachrichtenportal "al-Ahram" und die staatliche Nachrichtenagentur Mena berichten.

Mit den Vorwürfen haben die Behörden des Landes nun erstmals eine Anklage gegen Mursi formuliert. Mursi wird verdächtigt, während der Herrschaft des im Februar 2011 gestürzten Präsidenten Husni Mubarak mit der radikalislamischen Hamas bei mehreren Angriffen auf die Polizei kooperiert zu haben.

Zudem untersucht die Justiz einen Ausbruch aus einem Gefängnis während der Proteste im Januar 2011, bei dem auch Mursi fliehen konnte. Er war kurz zuvor mit anderen Muslimbrüdern inhaftiert worden. Es besteht der Verdacht, dass die Muslimbruderschaft auch hier die Hilfe ihres palästinensischen Ablegers in Anspruch nahm.

Die Muslimbruderschaft nannte die Festnahme in einer ersten Stellungnahme lächerlich. Das zeige, dass das alte Regime zurückkehren würde.

Die Verkündung der Festnahme kommt kurz vor dem für Freitag erwarteten Aufmarsch der verfeindeten politischen Lager. Armeechef General Abd al-Fattah al-Sisi rief die Bevölkerung auf, in "Millionenzahl" auf die Straße zu gehen, um ihm ein "Mandat zur Bekämpfung des Terrors" zu geben. Auch die islamistische Muslimbruderschaft will ihre Anhänger gegen das Militär auf die Straße bringen.

fab/AFP/dpa/Reuters
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