Ölkonzern Beduinen nahmen Ägyptens Exxon-Chef als Geisel

Geiselnahme auf Sinai: Beduinen hielten den Chef der ägyptischen Tochter des Ölkonzerns ExxonMobil kurzzeitig gefangen. Die Sicherheitslage auf der an Israel angrenzenden Halbinsel verschlechtert sich zunehmend.


Ras es Sidr - Militante Beduinen haben auf der Sinai-Halbinsel kurzzeitig den Chef der ägyptischen Exxon-Niederlassung und seine Frau entführt. Der US-Ölmulti erklärte am Donnerstag nach der Freilassung, die beiden seien unversehrt davongekommen.

Das Militär habe mit Stammesältesten verhandelt und daraufhin hätten die Beduinen das britische Ehepaar freigelassen, hieß es. Die Entführer sollen die Freilassung von zwei Verwandten gefordert haben, die derzeit in Alexandria im Gefängnis sitzen. Sie waren nach Auskunft der Sicherheitskräfte in der westlichen Region Marsa Matruh wegen Waffenschmuggels festgenommen worden. Ob den Entführern die Identität ihrer Geiseln bekannt war, blieb zunächst unklar.

Mitarbeiter der ägyptischen Sicherheitsbehörden erklärten, das britische Ehepaar sei in einem privaten Auto von Kairo nach Scharm el Scheich unterwegs gewesen, einem beliebten Touristenzentrum im Süden Sinais. Als sie in dem Ort Ras es Sidr Geld hätten wechseln wollen, seien sie von Beduinen entführt worden. Das Rote Meer am Südsinai ist eine beliebte Tourismusregion in Ägypten.

Hochburg islamistischer Aufständischer und krimineller Banden

Die Sicherheitslage auf dem Sinai hat sich seit dem Sturz des früheren Präsidenten Hosni Mubarak vor zwei Jahren stetig verschlechtert. Das Wüstengebiet gilt als Hochburg islamistischer Aufständischer und krimineller Banden, die Waffen, Drogen und Menschen schmuggeln. Seit dem Ende des Bürgerkrieges in Libyen im Herbst 2011 ist eine große Anzahl Waffen aus dem westlichen Nachbarland Ägyptens in die Staaten der Region verkauft worden. Ein Teil davon gelangt nach Erkenntnissen der Polizei über die Sinai-Halbinsel in den palästinensischen Gazastreifen.

Im vergangenen Jahr wurden mehrere unter ähnlichen Umständen entführte Touristen unverletzt wieder freigelassen. Das Auswärtige Amt rät inzwischen dringend von Reisen in den Norden der Halbinsel sowie von nächtlichen Überlandfahrten in dem gesamten Gebiet ab.

ade/Reuters/dpa



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JDR 08.03.2013
1. ...
Zitat von sysopGeiselnahme auf Sinai: Beduinen hielten den Chef der ägyptischen Tochter des Ölkonzerns ExxonMobil kurzzeitig gefangen. Die Sicherheitslage auf der an Israel angrenzenden Halbinsel verschlechtert sich zunehmend. http://www.spiegel.de/politik/ausland/aegyptischer-exxon-chef-war-geisel-von-beduinen-a-887567.html
Die Sinai-Halbinsel ist nur ein Kopfschmerz von Präsident Mursi. Die Polizei hat in mehreren Landesteilen begonnen, in den Streik zu treten. Wenn sich dies flächendeckend ausbreitet, kann es der Anfang vom Ende seiner Regierung sein. Offenbar fühlen sich Offiziere der niedrigeren Dienstränge zur Unterstützung der Muslimbruderschaft misbraucht - ein Verdacht, welcher wohl nicht ganz von der Hand zu weisen ist. (http://www.washingtonpost.com/world/middle_east/egyptian-police-widen-protests-and-strikes-demanding-better-working-conditions-and-pay/2013/03/07/c55c8eba-872e-11e2-a80b-3edc779b676f_story.html)
wachsamer_bürger 08.03.2013
2. Interessante Parallele
Zitat von sysopGeiselnahme auf Sinai: Beduinen hielten den Chef der ägyptischen Tochter des Ölkonzerns ExxonMobil kurzzeitig gefangen. Die Sicherheitslage auf der an Israel angrenzenden Halbinsel verschlechtert sich zunehmend. http://www.spiegel.de/politik/ausland/aegyptischer-exxon-chef-war-geisel-von-beduinen-a-887567.html
Genau wie in Syrien. Nur will das im Falle Syrien die westliche Politik ausblenden. Assad muss ja um jeden Preis weg.
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