Ägypten Militärchef Sisi verkündet Präsidentschaftskandidatur

Ein Termin für die Wahl steht zwar noch nicht fest, aber Ägyptens Militärchef Abd al-Fattah al-Sisi hat schon mal bekanntgegeben, für das Präsidentenamt zu kandidieren. Um zur Wahl antreten zu können, hat er seinen militärischen Posten aufgegeben.

General Sisi bei seiner Fernsehansprache: Voraussetzungen für die Wahl erfüllt
AFP PHOTO / AL-MASRIYA TV

General Sisi bei seiner Fernsehansprache: Voraussetzungen für die Wahl erfüllt


Kairo - Abd al-Fattah al-Sisi will Präsident von Ägypten werden. Am Mittwochabend ist er als Militärchef des Landes zurückgetreten, legte seine Regierungsämter nieder und verkündete seine Kandidatur in einer Fernsehansprache. Mit dem Rücktritt von seinen Ämtern erfüllt Sisi die Voraussetzungen, um bei der Wahl antreten zu dürfen.

Zuvor hatte al-Sisi mehrere Generäle abberufen. Offenbar ging es Sisi darum, vor seinem Abgang Befehlshaber, die ihm loyal gegenüber eingestellt sind, in den Schlüsselpositionen der Streitkräfte zu installieren.

Aus ägyptischen Militärkreisen hieß es, die Umstrukturierungen seien Teil einer normalen Erneuerung der Führungskräfte. Der Kommandeur der Zweiten Armee, General Ahmed Wasfi, könnte in den obersten Militärrat nachrücken.

Wann genau die Präsidentschaftswahlen stattfinden sollen, ist noch nicht klar. Ursprünglich sollte bis Mitte April gewählt werden. Dann hieß es, die Wahl solle im Juni stattfinden. Gegenwärtig ist Adli Mansur Interimspräsident. Er wurde nicht gewählt, sondern vom Militär eingesetzt.

Am Mittwoch war es zudem zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen der ägyptischen Polizei und Anhängern des von der Armee gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi gekommen. Dabei wurde mindestens ein Mensch getötet. Zudem gab es 14 Verletzte bei Auseinandersetzungen vor der Universität in Kairo. Die Studenten demonstrierten gegen die Todesurteile, die ein Gericht am Montag gegen 529 Mursi-Anhänger gefällt hatte. Am Dienstag begann der Prozess gegen rund 700 weitere Anhänger Mursis, unter ihnen auch der Kopf der Muslimbruderschaft, Mohammed Badie. Am 28. April soll das Urteil fallen. Mursi selbst muss sich ebenfalls in mehreren Prozessen verantworten.

kha/AP/dpa/Reuters/AFP

insgesamt 11 Beiträge
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Der Wahrheitshüter 26.03.2014
1. Es läuft doch alles nach Plan!
Bravo, Obama! Noch ein Erfolg!
reinhard-ursula.edqh 26.03.2014
2. Wer glaubt
Dass in Ägypten eine Demokratie nach unserem Muster funktioniert ist auf dem Holzweg. Das Geheule was jetzt kommt höre ich schon aber was wollen wir in Europa haben die Muslimbrüder mit Mursi ich denke nein und einen selbstherrlichen General der vielleicht das Land stabil hält auch nicht so was. Am besten haltet euch da raus besonders diejenigen welche eh keine Ahnung haben und nur zum Urlaub mal dort waren und glauben Ägypten zu kennen
rwk 26.03.2014
3. So kann es gehen
Al Sisi wird Präsident und regiert mit Hilfe der Armee (wie alle vor Ihm auch) Das ägypt. Volk will Ruhe und Geld verdienen können und falls es nicht von einem Religionsfanatiker im Stil Morsi drangsaliert wird, umso besser. Der Westen hat doch gejubelt als Mubarak weg war und von Demokratie gefaselt und Luftschlösser gebaut. Die grossen "Nahost-Spezialisten" machten schon Pläne wie man was wo in Ägypten machen muss und jetzt stellt sich ein neuer Caïd, ein neuer Militärdikdator (wie anzunehmen war) ein. Es sollte doch langsam dämmern, dass im arab. Raum nur eine Religions- oder eine Militärdikdatur funktioniert. Demokratie ist nie vorgesehen in einem Land wo Religion und Staat nicht getrennt sind!
robbyred98 26.03.2014
4.
Lieber Obama ich glaube sie haben einen neues Partnerland gefunden: Todesstrafe, Populismus gegen Terroristen, keine fairen Gerichte und was den Amerikanern am besten passt ist sicher das feste diktatorische/schein demokratische Regime. Wahrscheinlich schickt Obama Sisi eine Dankes Karte für den Massenmord an 529 tendenziellen Terroristen .
nojoe 26.03.2014
5. stastsräson
diese Leute verfolgen eine eigenwillige Form der Staatsräson: sie wissen, dass sich Ägypten nur zum Wohlstand hin entwickeln kann, wenn dem Islamismus keine Chance gegeben wird. die Macht, die das Militär dabei erlangt, ist natürlich keineswegs unbeabsichtigt.
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