Nach Protesten in Kairo Ägyptischer Polizist wegen Totschlags verurteilt

37 Menschen starben bei einem Gefangenentransport in Kairo im Sommer 2013 - nun wurde eine Haftstrafe gegen einen verantwortlichen Polizisten verhängt. Gemeinsam mit drei weiteren Beamten soll er Tränengas in das überhitzte Fahrzeug gesprüht haben.
Proteste in Kairo (Archivbild, August 2013): Erstes Urteil gegen Polizisten wurde gefällt

Proteste in Kairo (Archivbild, August 2013): Erstes Urteil gegen Polizisten wurde gefällt

Foto: YOUSSEF BOUDLAL/ REUTERS

Kairo - Es ist die erste Verurteilung im Zusammenhang mit den Aufständen in Kairo im vergangenen Sommer: 37 Menschen erstickten bei einem Gefangenentransport - nun wurde der verantwortliche Polizist verurteilt. Der Beamte muss wegen Totschlags für zehn Jahre hinter Gitter. Drei weitere Polizisten kamen mit einer jeweils einjährigen Bewährungsstrafe davon. Das berichtete das Nachrichtenportal "Ahram".

Nach Festnahmen unter islamistischen Demonstranten hatte der Gefangenentransporter am 18. August 2013 stundenlang in der prallen Hitze im Hof des Gefängnisses Abu Saabal gestanden. Als die 45 Gefangenen unruhig wurden, sprühten die Polizisten Tränengas in das Innere des Fahrzeugs. 37 von ihnen starben. Sie waren Teil eines Konvois mit etwa 600 Gefangenen.

Die Polizisten hatten anschließend erklärt, die Insassen hätten einen Ausbruch versucht. Die Staatsanwaltschaft widerlegte diese Aussagen im Verfahren. Wie genau sich der Vorfall abspielte, blieb trotz der Zeugenaussagen überlebender Transportinsassen unklar. Die Anklage kam zu dem Schluss, dass die Beamten ihre Amtspflichten verletzt hatten.

Der Vorfall war Teil der Polizeiaktionen zur blutigen Niederschlagung der größtenteils friedlichen Dauerproteste der Islamisten in Ägypten. Diese hatten gegen die Absetzung des gewählten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi durch das Militär im Juli 2013 demonstriert. Bei den oft brutalen Einsätzen der Sicherheitskräfte wurden mindestens 1400 Menschen teilweise durch systematische Erschießungen getötet.

vek/ras/dpa/AFP
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