Ägyptischer Präsident Mursi verurteilt Attacken gegen US-Botschaften

Ägyptens Präsident Mursi hat sich mit deutlichen Worten von den Anschlägen auf Botschaften in Kairo und Bengasi distanziert. Sein Volk lehne "solch gesetzloses Handeln ab". Er habe US-Präsident Obama aber auch gebeten, den Macher des islamfeindlichen Films zu stoppen.

Ägyptens Präsident Mursi: "Ägyptisches Volk lehnt gesetzloses Handeln ab"
REUTERS

Ägyptens Präsident Mursi: "Ägyptisches Volk lehnt gesetzloses Handeln ab"


Kairo - Ägyptens Präsident Mohammed Mursi hat die Angriffe auf die US-Botschaften in Kairo und der libyschen Hafenstadt Bengasi verurteilt. "Das ägyptische Volk ist ein sehr zivilisiertes Volk und das ägyptische Volk lehnt solch gesetzloses Handeln ab", sagte Mursi am Donnerstag nach einem Besuch der EU-Kommission in Brüssel.

"Wir sollten alle Besucher, Touristen und diplomatische Vertretungen schützen", sagte er. Ägypten werde mit der EU und auch mit den US-Behörden zusammenarbeiten, "damit sich solche Ereignisse künftig nicht wiederholen".

Mursi sagte, er habe am Mittwoch mit US-Präsident Barack Obama telefoniert. Dabei habe er Obama auch gebeten, das "Betragen" der Hersteller eines islamfeindlichen Films, der in der arabischen Welt scharf verurteilt werde, "zu stoppen".

Obama habe Mursi im Gegenzug zugesichert, dass man seine Bemühungen um die Sicherheit der US-Mitarbeiter zu schätzen wisse, teilte das Weiße Haus mit.

jok/dpa/dapd



insgesamt 17 Beiträge
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Seite 1
Jan2607 13.09.2012
1. Darf er nicht
Obama darf da überhaupt nicht eingreifen. Was anscheinend der ägyptische Präsident nicht so ganz kapiert hat, ist wie das ganze mit der Meinungsfreiheit und der Gewaltenteilung funktioniert. Da empfehle ich ihm dringend die eine oder andere Nachhilfestunde in Sachen Demokratie...
deus-Lo-vult 13.09.2012
2. ...
Zitat von sysopREUTERSÄgyptens Präsident Mursi hat sich mit deutlichen Worten von den Anschlägen auf Botschaften in Kairo und Bengasi distanziert. Sein Volk lehne "solch gesetzloses Handeln ab". Er habe US-Präsident Obama aber auch gebeten, den Macher des islamfeindlichen Films zu stoppen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,855587,00.html
Das kann Herr Mursi ja in Ägypten tun. Im Westen herrscht Meinungsfreiheit! Und da spielen religiöse Animostiäten keine Rolle! Wenn die Hinterwäldler der Gottesstaaten das nicht verstehen, bitte schön.
seine-et-marnais 13.09.2012
3. Scheinheilig
Zitat von sysopREUTERSÄgyptens Präsident Mursi hat sich mit deutlichen Worten von den Anschlägen auf Botschaften in Kairo und Bengasi distanziert. Sein Volk lehne "solch gesetzloses Handeln ab". Er habe US-Präsident Obama aber auch gebeten, den Macher des islamfeindlichen Films zu stoppen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,855587,00.html
Der religioese Mursi ist ein Scheinheiliger. Ad 1. Seine 'Partei'freunde sind ja ideologisch nicht so weit weg von den 'Demonstranten Ad 2. Er hat als Präsident von Ägypten in seiner Aufgabe versagt die diplomatische Vertretung eines Landes ausreichend zu schützen Ad 3. Solange Staatsgesetz nicht Religionsgesetz bricht, solange haben wir diese Probleme im Nahen Osten Ad 4. Die USA, beziehungsweise gewisse Kreise dort, wie auch in Europa unterstützen aus wirtschaftlichen Gründen die islamistischen Hardliner vom Golf, also darf man sich nicht wundern Ad 5. Auch in Europa ziehen da Wolken auf, solange Moslems hier nicht bereit sind anzuerkennen dass Staatsrecht Religionsrecht bricht, dass ein Staat laïzistisch sein muss und dass Religionsfreiheit besteht, dh dass ein Moslem seine Religion verlassen kann oder dass man Mohammed karikaturieren und kritisieren kann, solange haben wir Probleme, und wenn es auch nur eine Minderheit von Moslems sind die das verweigern.
spon-facebook-10000024332 13.09.2012
4. Traurig...
wie so ein islamkritisches Filmchen für Aufruhr sorgen kann. Eigentlich müssten im Namen der Meinungsfreiheit überhaupt keine Politiker dazu Stellung nehmen, aber so ist es leider nicht. Ein paar Filmproduzenten und hetzerische Islamisten schaffen es scheinbar ganze Gegenden zu destabilisieren, das ist sehr traurig.
marifu 13.09.2012
5.
Zitat von Jan2607Obama darf da überhaupt nicht eingreifen. Was anscheinend der ägyptische Präsident nicht so ganz kapiert hat, ist wie das ganze mit der Meinungsfreiheit und der Gewaltenteilung funktioniert. Da empfehle ich ihm dringend die eine oder andere Nachhilfestunde in Sachen Demokratie...
Nachhilfe haben wohl eher Sie nötig. Mursi hat Demokratie sehr wohl verstanden. So ist das nämlich mit Demokratie, auch ein "islamischer" Präsident kann seine Meinung (wie z.B. über einen miesen Film) sagen. Und wie man sieht tut er das auch und hält nicht den Mund oder kuscht vor der USA und sperrt gleich hunderte Demonstranten ein wie unter Mubarak. Verurteilt hat Mursi das gewalttätige Vorgehen genauso verhement und dass die Verantwortlichen zur Verantwortung gezogen würden so wie es auch eine Frau Merkel oder ein Herr Westerwelle äussern und tun würden. So, was haben Sie zu beanstanden ? Dass Mursi 'demokratisch' seine Meinung sagt ?.. dass Ägypter unter Mursi demokratisch 'demonstrieren' dürfen ?
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