Nach Geldwäsche-Anschuldigungen Luxusautos vom Vize Äquatorialguineas für 27 Millionen Dollar zwangsversteigert

Allein ein Lamborghini Veneno Roadster brachte über acht Millionen Dollar - bei einer Zwangsversteigerung gingen insgesamt 25 Luxusautos aus dem Fuhrpark des Vizepräsidenten von Äquatorialguinea an Sammler.
Teodorin Nguema Obiang mit Luxusauto

Teodorin Nguema Obiang mit Luxusauto

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Jerome Leroy/ AFP

Er schwelgt im Reichtum und stellt diesen auch aus: Teodorin Nguema Obiang, Vizepräsident von Äquatorialguinea und Sohn des Präsidenten des afrikanischen Landes, sammelt Autos und Yachten. Das Geld für seine teures Hobby soll zum Großteil auf nicht legalem Wege erworben sein. Schon häufig geriet der Playboy aus der Subsahara ins Visier internationaler Ermittler.

Vor gut zwei Jahren bemühte sich die Genfer Staatsanwaltschaft darum, Obiang wegen Geldwäsche zu belangen. Das Ergebnis war ein Vergleich zwischen Justiz und Obiang-Anwälten. Die Schweiz beschlagnahmte 25 Luxusautos Obiangs - angeblich äquatorialguineischer Staatsbesitz - direkt am Flughafen.

An diesem Wochenende wurden die Fahrzeuge versteigert. Insgesamt sammelte das Zürcher Auktionshaus bei der Aktion 27 Millionen Dollar ein. Unter den Auktionsstücken befand sich auch ein weiß-cremefarbener Lamborghini Veneno Roadster, der für 8,4 Millionen Dollar an einen Sammler ging. Das Fahrzeug, von dessen Typ insgesamt lediglich neun Exemplare gebaut worden sind, hatte nur 325 Kilometer auf dem Tacho und soll es auf eine Höchstgeschwindigkeit von 359 Stundenkilometern bringen.

Äquatorialguinea gilt als eines der reichsten Länder Afrikas. Das statistische Pro-Kopf-Einkommen ist mit etwa 34.000 Dollar das höchste des Kontinents. Aber der Staat ist keine afrikanische Schweiz, im Gegenteil: Eine kleine Clique teilt die Einkünfte aus dem Öl-, Gas- und Holzgeschäft unter sich auf. Wie viele Menschen dazugehören ist unklar, wer an der Spitze steht nicht: Teodoro und Teodorin Obiang, Präsident und Stellvertreter, Vater und Sohn. Sie zählen zu den reichsten Menschen Afrikas.

Drei von vier ihrer Untertanen hingegen lebten 2006 unterhalb der Armutsgrenze. Neuere Zahlen gibt es nicht. Weniger als die Hälfte der Kinder gehen zur Schule, bei der Säuglingssterblichkeit und den einfachsten Impfungen gehört das Land zu den Schlusslichtern Afrikas.

cbu/AP