Affront gegen Israel Iran schickt Kriegsschiffe durch den Suezkanal

Eine solche Aktion hat es seit 1979 nicht mehr gegeben: Laut israelischen Medien will Iran zwei Kriegsschiffe durch den Suezkanal ins Mittelmeer überführen. Die Regierung in Jerusalem wertet das als Provokation.

Iran

Jerusalem - will nach israelischen Angaben zwei Kriegsschiffe auf dem Weg nach Syrien durch den Suezkanal fahren lassen. Die Durchfahrt sei für die Nacht geplant, erklärte Außenminister Avigdor Lieberman am Mittwoch.

Israel

Es sei bedauerlich, dass die internationale Gemeinschaft nicht bereit sei, etwas gegen die "wiederholten iranischen Provokationen" zu unternehmen. könne diese auf Dauer nicht ignorieren.

Die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Fars hatte Ende Januar gemeldet, Marinekadetten hätten eine einjährige Ausbildung begonnen, die sie über den Golf von Aden ins Rote Meer und durch den Suez-Kanal ins Mittelmeer bringen werde.

Ein Sprecher des Weißen Hauses erklärte lediglich, die USA beobachteten die Situation. Weitere Angaben machte er nicht.

Einem israelischen Zeitungsbericht zufolge handelt es sich bei den Schiffen um eine Fregatte und ein Versorgungsschiff. Iran habe seit der islamischen Revolution 1979 keine Kriegsschiffe mehr durch den Kanal entsandt, meldete die Zeitung "Jedioth Ahronoth".

In Israel geht man davon aus, dass die Schiffe für ein Jahr in einem syrischen Hafen stationiert werden sollen. Nach Angaben der Suezkanal-Verwaltung erhalten alle Handelsschiffe eine Passageerlaubnis, solang sich Ägypten nicht im Kriegszustand befindet. Für die Durchfahrt aller Militärschiffe sei eine Erlaubnis der Außen- und Verteidigungsministerien nötig. Diese würden oft auch sehr kurzfristig erteilt.

Warum die iranischen Schiffe Übungen im Mittelmeer abhalten sollen, war zunächst nicht klar. Sie kämen damit jedoch dem Erzfeind Israel näher sowie dem verbündeten Syrien und dem Libanon, wo die pro-iranische Hisbollah großen Einfluss hat.

Der Völkerrechtler James Kraska vom US Naval War College sagte, solange die Iraner keine aggressiven Operationen in dem Gebiet ausführten, hätten sie wie jedes andere Land das Recht, den Kanal zu nutzen.

Als Reaktion auf die Äußerungen Liebermans stiegen an den Weltmärkten die Erdölpreise.

jok/Reuters
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