SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

02. September 2006, 19:10 Uhr

Afganistan

Drogenanbau außer Kontrolle

Die Opiumproduktion in Afghanistan wird nach Uno-Angaben dieses Jahr ein Rekordhoch erreichen. Die Ernte werde rund 6100 Tonnen betragen. So viel wie nie zuvor.

Kabul - In Afghanistan wird immer mehr Opium angebaut. In diesem Herbst werden dort 6100 Tonnen geerntet, 59 Prozent mehr als Vorjahr, sagte der Direktor der Uno-Drogenbehörde, Antonio Maria Costa, heute. "Das übersteigt den weltweiten Verbrauch um 30 Prozent." Der Opiumanbau in Afghanistan sei "außer Kontrolle" geraten.

Mohnfeld in Afghanistan: 92 Prozent der Weltproduktion stammen von hier
DPA

Mohnfeld in Afghanistan: 92 Prozent der Weltproduktion stammen von hier

Die Ergebnisse seines Berichts seien alarmierend, sagte Costa nach einem Treffen mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai. Aus Afghanistan stammen demnach 92 Prozent der weltweiten Produktion von Opium, des Grundstoffs für die Herstellung von Heroin.

Der Beauftragte der Vereinten Nationen rief die Regierung zu einem härteren Durchgreifen gegen den Drogenanbau und korrupte Beamte auf. Der größte Anstieg - 162 Prozent - wurde in der südafghanischen Provinz Helmand registriert. Dort kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Taliban-Rebellen und Nato-Soldaten. Auch am Samstag wurde ein neuer Zwischenfall bekannt. Mutmaßliche Taliban-Kämpfer töteten bei einem Anschlag auf einen Kontrollpunkt fünf Polizisten und verletzten sieben weitere, wie die Polizei mitteilte. Bei dem Gefecht seien auch drei Taliban getötet worden. Vier Polizisten wurden von den Rebellen verschleppt.

Bei weiteren Gefechten in den südlichen Provinz Nimros und Sabul kamen den Angaben zufolge sieben Aufständische und vier Polizisten ums Leben.

AP, Matthew Pennington

URL:


© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung