Vier Tote Afghanische Polizisten sterben bei Nato-Luftangriff

Vier Polizisten in Afghanistan sind bei einem Nato-Luftangriff getötet worden. Laut der Provinzregierung durchsuchten die Männer an einem Checkpoint ein Auto, als sie bombardiert wurden. Der Vorfall befeuert den Streit zwischen Präsident Karzai und der Nato.

Afghanische Polizisten an Checkpoint (in Kabul): Tote nach Nato-Luftangriff
AP

Afghanische Polizisten an Checkpoint (in Kabul): Tote nach Nato-Luftangriff


Kabul - Bei einem Nato-Luftangriff in der südostafghanischen Provinz Ghazni sind nach Angaben der Provinzregierung vier Polizisten getötet worden. Der Sprecher der Provinzregierung, Fasal Mohammad Sabawun, sagte am Donnerstag, die Polizisten hätten am Vorabend an einem Checkpoint ein Auto durchsucht, als sie bombardiert worden seien. Ein Sprecher der Nato-geführten Schutztruppe Isaf sagte, man untersuche die Vorwürfe.

Die Nato-Flugzeuge hätten der Polizei helfen sollen, dann jedoch den Posten bombardiert, sagte der Chef des Bezirks Deh Jak in der Provinz Ghazni. Die Nachrichtenagentur AFP berichtet von zwei weiteren toten Zivilisten.

In der vergangenen Woche waren in Ghazni nach Angaben der Provinzregierung zwei Zivilisten bei einem Nato-Luftangriff getötet und sieben weitere verletzt worden. Die Nato steht in Afghanistan seit Monaten unter scharfer Kritik wegen der Opfer bei ihren Luftangriffen.

Der Vorfall befeuert einen seit langem anhaltenden Streit. Kritiker machen die Nato für den Tod von Zivilisten verantwortlich. Befürworter der Einsätze entgegnen, die Unterstützung der Militärallianz sei entscheidend, um die überforderten afghanischen Sicherheitskräfte zu unterstützen. Die afghanische Armee ist besonders im bergigen Grenzgebiet zu Pakistan auf Unterstützung angewiesen.

Im Februar hatte es Präsident Hamid Karzai den afghanischen Sicherheitskräften allerdings untersagt, Nato-Luftunterstützung anzufordern. Zudem darf die Nato keine Wohngebäude mehr angreifen. Karzai sprach das Verbot aus, nachdem afghanische Soldaten Luftunterstützung der Nato angefordert hatten und bei dem Angriff mehrere Kinder getötet worden waren.

fab/AFP/dpa

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