Afghanistan 20 Tote nach Luftschlag gegen Taliban

Bei einem Luftangriff gegen die radikalislamischen Taliban soll es rund 20 Tote und viele Verletzte gegeben haben. Auch ein Kommandeur der Terrororganisation soll getötet worden sein.


Im Osten Afghanistans soll es bei einem Luftschlag der afghanischen Streitkräfte und ihrer US-Verbündeten rund 20 Tote und ebenso viele Verletzte gegeben haben. Unter den Toten sollen 15 Kämpfer der radikalislamischen Taliban sein, darunter ein bekannter Kommandeur und ein Bombenbauer. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf einen afghanischen Provinzrat.

Bei dem Vorfall in der Provinz Kunar sind demnach Häuser bombardiert worden, in denen sich Taliban-Kämpfer und deren Familienmitglieder aufgehalten haben sollen. Unter den Verletzten seien viele Frauen und Kinder, sagte Provinzrat Saad Ullah.

Gemeinsam mit ihren US-amerikanischen Verbündeten attackieren die afghanischen Streitkräfte die Taliban seit Wochen mit gezielten Angriffen. Experten zufolge herrscht bei der afghanischen Regierung und den USA die Überzeugung, die Kommandeure der Terrororganisation stünden einem Friedensschluss entgegen. Dabei hatte es erst kürzlich Verhandlungen zwischen US-Vertretern und Taliban gegeben.

Einem Bericht der UN-Mission in Afghanistan (Unama) zufolge, kamen in diesem Jahr bereits 313 Zivilisten bei Luftangriffen ums Leben, deutlich mehr als im Vorjahr. Der Großteil des Anstiegs sei auf vermehrte Luftangriffe der internationalen Kräfte zurückzuführen.

Anfang der Woche waren bei Zwischenfällen in drei afghanischen Provinzen mehr als 20 Sicherheitskräfte getötet worden. Seit 2015 wurden in Afghanistan nach Regierungsangaben 30.000 Soldaten und Polizisten getötet.

fek/dpa



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