Katastrophe in Afghanistan Erst kommt die Dürre, dann der Hunger

Wegen ausbleibender Regenfälle ist die Versorgungslage in Afghanistan prekär, besonders im Nordwesten des Landes. Rund 3,5 Millionen Menschen sind betroffen, mehr als 200.000 sind auf der Flucht.
Afghanische Familien erhalten Hilfslieferungen

Afghanische Familien erhalten Hilfslieferungen

Foto: JALIL REZAYEE/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Eine Hungerkatastrophe bedroht in Afghanistan 3,5 Millionen Menschen. Besonders verheerend sei die Lage im Nordwesten des Landes, teilte das Uno-Welternährungsprogramm mit. Insgesamt litten 20 von 34 Provinzen unter dem extremen Wetter: Niederschläge sind seit Monaten ausgeblieben.

Über 200.000 Einwohner sind bereits vor den Folgen der Dürre geflohen - mehr als vor den Kämpfen zwischen Taliban und Regierung.

Die Uno hatte schon vor Monaten vor den katastrophalen Folgen einer Dürre gewarnt. Im vergangenen Winter waren in einigen Regionen Afghanistans Regen- und Schneefälle ausgeblieben. Bauern hatten daraufhin den Anbau von Weizen und anderen Nutzpflanzen reduziert oder verschoben.

Nun spürt die Bevölkerung die Folgen. Das Uno-Hilfsprogramm hat deshalb angekündigt, bis März 2,5 Millionen Betroffene mit Nahrung versorgen zu wollen. 1,4 Millionen Menschen seien bereits mit Hilfslieferungen erreicht worden.

Die gerechte Verteilung der Nahrungsmittel an Bedürftige dürfte sich allerdings schwierig gestalten: Die Taliban kontrollieren heute wieder große Teile des Landes. Auch die Parlamentswahlen im Oktober waren von Gewalt überschattet. Experten bezeichnen die militärische Intervention des Westens in dem Land inzwischen als gescheitert.

lmd/dpa