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20. März 2019, 06:48 Uhr

Afghanistan

Abschiebeflug aus Deutschland in Kabul eingetroffen

Trotz angespannter Sicherheitslage in Afghanistan ist erneut ein Abschiebeflug aus Deutschland in Kabul eingetroffen. An Bord der Maschine waren Beamten zufolge weniger als 30 abgelehnte Asylbewerber.

Abschiebungen nach Afghanistan sind umstritten. Trotzdem sind mehrere abgelehnte Asylbewerber aus Deutschland nach Kabul ausgeflogen worden. Beamte am Flughafen teilten mit, dass die Maschine um 7.10 Uhr Ortszeit gelandet sei. Demnach seien "weniger als 30" abgeschobene Afghanen an Bord gewesen.

Es war die 22. Sammelabschiebung seit dem ersten Flug im Dezember 2016. Bei den bisherigen 21 Abschiebungen hatten Bund und Länder 512 Männer nach Afghanistan zurückgebracht. Nach einer Sammelabschiebung Anfang Juli des Vorjahres hatte einer der 69 Männer kurz nach seiner Ankunft in Kabul Suizid begangen.

Weil die Sicherheitslage in Afghanistan weiter angespannt ist, stehen die Abschiebungen in der Kritik. Der Krieg gegen die radikalislamischen Taliban und die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) fordert täglich zivile Opfer. Die Taliban greifen zudem praktisch jeden Tag Kontrollposten oder Armeebasen der Regierung an. Erst vergangene Woche wurden bei Kämpfen in mehreren Provinzen mehr als 50 Angehörige der Sicherheitskräfte getötet. In Kabul waren 2018 bei 22 großen Anschlägen mehr als 550 Menschen ums Leben gekommen.

Für Unruhe sorgen auch Berichte, nach denen US-Präsident Donald Trump einen Teil der in Afghanistan stationierten US-Truppen abziehen könnte.

Gleichzeitig gibt es Bemühungen, den Konflikt politisch zu lösen. Bisher gab es mehrere Gesprächsrunden zwischen Vertretern der USA und hochrangigen Taliban. Diese sollen zu direkten Gesprächen zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban führen. Die jüngste Runde zwischen den USA und Taliban endete vergangene Woche. Beide Seiten sprachen danach von Fortschritten.

asc/dpa

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