Ostafghanische Provinz Nangarhar Sechs Tote bei Angriff auf japanische NGO

Bei einem Angriff auf sein Auto ist der Chef einer japanischen Hilfsorganisation verletzt worden, er starb später an den Verletzungen. Fünf weitere Menschen wurden getötet.

Afghanische Sicherheitskräfte in der Provinz Nangarhar: Noch hat sich niemand zum Anschlag bekannt
NOORULLAH SHIRZADA/AFP

Afghanische Sicherheitskräfte in der Provinz Nangarhar: Noch hat sich niemand zum Anschlag bekannt


In dem afghanischen Bezirk Chewa hatten Mitarbeiter einer japanischen Nichtregierungsorganisation (NGO) ein Landwirtschaftsprojekt besichtigen wollen. Doch auf dem Weg dorthin wurde ihr Auto angegriffen, der Fahrer sowie drei Wächter und ein weiterer Mitarbeiter getötet. Das teilte der Sprecher des Provinzgouverneurs, Attaullah Chogiani, auf Twitter mit. Der bekannte Chef der NGO Peace Japan Medical Services (PMS), Tetsu Nakamura, sei verletzt worden.

Nakamura, der in Japan für seinen jahrzehntelangen Einsatz als Entwicklungshelfer in Pakistan und Afghanistan bekannt ist, starb später an seinen Verletzungen. Das teilte die Provinzregierung in Nangarhar am Mittwoch mit.

Ein Einwohner von Dschalalabad sagte der Nachrichtenagentur AFP, er habe gesehen, wie Bewaffnete den Japaner und seine Sicherheitsleute attackierten. Bilder vom Tatort zeigten ein weißes Fahrzeug mit offensichtlich zerschossenen Seitenfenstern und Einschusslöchern in der Frontscheibe.

Die NGO arbeitet unter anderem im Bereich Bewässerung. Nakamura habe für seine jahrelangen Bemühungen in Afghanistan auch die afghanische Ehrenbürgerschaft erhalten.

Bisher bekannte sich niemand zu dem Angriff. In der Provinz Nangarhar sind militant-islamistische Taliban sowie Kämpfer der Terrormiliz "Islamischer Staat" aktiv.

vks/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.