Afghanistan Anschlag auf Bundeswehr in Kunduz - deutsche Soldaten unverletzt

Attacke auf eine Patrouille der Bundeswehr in Afghanistan: Ein Sprengsatz explodierte zwischen zwei gepanzerten Fahrzeugen. Nach ersten Angaben wurde kein Soldat verletzt. Bei einem Selbstmordattentat im Süden des Landes starben dagegen acht Zivilisten.


Hamburg/Kandahar - Das Einsatzführungskommando in Potsdam teilte mit, etwa sechs Kilometer westlich des Feldlagers der Deutschen habe sich gestern Abend gegen 18.35 Uhr eine Explosion zwischen zwei gepanzerten Fahrzeugen einer Patrouille ereigent. Es habe sich dabei um Fahrzeuge des Typs Wolf und Mungo gehandelt.

Die Soldaten seien unverletzt geblieben. Sie seien ein Stück weiter gefahren und hätten dann in sicherer Distanz die Fahrzeuge untersucht und dabei geringe Spuren des Sprengsatzes gefunden.

Nach Angaben der örtlichen Polizei zündete ein Selbstmordattentäter seinen Sprengstoffgürtel in unmittelbarer Nähe der Fahrzeugkolonne, als diese durch die Ortschaft Esakhail in der Provinz Kunduz im Norden des Landes fuhr.

Die radikalislamischen Taliban bekannten sich zu dem Anschlag. Ein Sprecher der Taliban behauptete, drei deutsche Soldaten seien getötet und drei Fahrzeuge zerstört worden.

In Esakhail waren Ende März zwei Bundeswehrsoldaten schwer verletzt worden, als ihr geschütztes Fahrzeug vom Typ Dingo in eine Sprengfalle geriet. Ein dritter Soldat war seinerzeit leicht verletzt worden.

Bei einem Selbstmordanschlag auf einen Nato-Konvoi in Südafghanistan sind acht Zivilisten ums Leben gekommen. Der Polizeichef der Provinz Kandahar, Sayed Agha Sakib, erklärte, 22 weitere Menschen seien verletzt worden. Soldaten seien nicht darunter. Sieben der Verletzten waren den Angaben zufolge in Lebensgefahr.

Der Selbstmordattentäter hatte versucht, mit seinem mit Sprengstoff gefüllten Auto in die Fahrzeugkolonne der Nato einzudringen, verfehlte jedoch sein Ziel.

asc/AP/dpa/AFP



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