Vor Stichwahl in Afghanistan Anschlag auf Präsidentschaftskandidat Abdullah

Die Explosion war in ganz Kabul zu hören: Auf den afghanischen Präsidentschaftskandidaten Abdullah ist ein Anschlag verübt worden. Der Sieger des ersten Wahlgangs blieb unverletzt, mindestens sechs Menschen wurden getötet.


Kabul - Acht Tage vor der Stichwahl um die afghanische Präsidentschaft ist auf Favorit Abdullah Abdullah ein Anschlag verübt worden. "Vor einigen Minuten, als wir eine Wahlkampfveranstaltung verlassen haben, wurde unser Konvoi mit einer Landmine angegriffen", sagte Abdullah am Freitag in einer vom Fernsehen übertragenen Rede.

Innenministerium und Polizei teilten mit, erst habe sich am Freitag nach einer Wahlkampfveranstaltung ein Selbstmordattentäter in der Nähe des Abdullah-Konvois in die Luft gesprengt. Dann sei eine weitere Bombe neben den Fahrzeugen detoniert. Sechs Zivilisten seien getötet und 22 weitere verletzt worden. Unter den Toten sei ein Leibwächter Abdullahs.

Der Konvoi Abdullahs sei in eine Sprengfalle geraten, als die Kolonne eine Veranstaltung im Ariane Hotel verließ. Die Detonation war in ganz Kabul zu hören, Bilder vom Tatort zeigen das Hotel, dessen Fenster von der Druckwelle zerplatzt sind.

Der Angriff war der erste Anschlag auf einen der Präsidentschaftskandidaten seit dem Beginn der Wahlen im Mai. Der frühere Außenminister Abdullah tritt am Samstag kommender Woche gegen den Zweitplatzierten bei der ersten Wahlrunde, Exfinanzminister Ashraf Ghani, an. Der Sieger wird dem bisherigen Präsidenten Hamid Karzai nachfolgen, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten durfte.

Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Die Taliban haben angekündigt, nach der ersten Wahlrunde auch die Stichwahl anzugreifen. Die Islamisten forderten die Afghanen auf, den Wahllokalen fernzubleiben.

sun/dpa/AFP/AP

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Rezet 06.06.2014
1.
In Nigeria hat Boko Haram mal wieder einen neuen Metzelrekord aufgestellt: http://www.welt.de/politik/ausland/article128776870/Boko-Haram-ermorden-bei-Massaker-500-Menschen.html Bringt wohl nichts diese Gesellen nur dort zu bekämpfen wo sie eigenen Interessen im Weg stehen und sie dort zu fördern wo sie gerade mit den eigenen Zielen (Libyen/Syrien/China/Tschetschenien) übereinstimmen.
spon-facebook-10000523851 06.06.2014
2. Und fuer all das
wurden zig-tausende Menschenleben vernichtet. Ich wundere mich immer ueber die "Spezialisten" und "Berater" westlicher Politiker. Insbesondere die, die Kriege wie die im Iraq oder Afghanistan fuer gewinnbar hielten. Aber nein, nun liefert Amerika F-16 jets an den Iraq. Grossartig. Und nachdem Deutschland keine Panzerchen an Saudi Arabien "liefern darf", macht das nun auch die US of A.
Hermes75 06.06.2014
3.
Zitat von spon-facebook-10000523851wurden zig-tausende Menschenleben vernichtet. Ich wundere mich immer ueber die "Spezialisten" und "Berater" westlicher Politiker. Insbesondere die, die Kriege wie die im Iraq oder Afghanistan fuer gewinnbar hielten. Aber nein, nun liefert Amerika F-16 jets an den Iraq. Grossartig. Und nachdem Deutschland keine Panzerchen an Saudi Arabien "liefern darf", macht das nun auch die US of A.
Sie sollten sich dringend auch mit der Geschichte Afghanistans vor 2001 auseinander setzen. Im übrigen zeigt das Beispiel mit den Panzern für Saudi-Arabien wie viel Deutschland mit einem Verzicht auf Waffenexporte erreichen kann - nämlich nichts. Ob sich unsere Linken nicht seltsam vorkommen mit ihren Forderungen ausgerechnet US-Rüstungsunternehmen zu helfen? >:-)
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