Afghanistan Australien entsendet 150 Elitesoldaten

Sie sollen gegen radikalislamische Taliban und Qaida-Terroristen vorgehen: Australien schickt 150 Elitesoldaten nach Afghanistan. Der Einsatz sei auf ein Jahr befristet, sagte Australiens Premier Howard.


Canberra - Die Bemühungen um eine Stabilisierung der Lage in Afghanistan würden zunehmend durch Angriffe der Taliban und des Terrornetzwerks al-Qaida gefährdet, sagte Australiens Premier John Howard heute. Die Regierung sei daher unter anderem von den USA und Afghanistan um Unterstützung gebeten worden. Die Mitglieder der Spezialeinheit SAS sollen im September nach Afghanistan aufbrechen. Daneben sei die Entsendung von Armeeingenieuren geplant, sagte Howard.

Australien hatte die US-geführte Invasion in Afghanistan im Jahr 2001 mit etwa 1000 Soldaten unterstützt. Ende 2002 zog das Land seine Truppen jedoch wieder ab. Seither war nur noch ein auf Minenräumung spezialisierter australischer Ingenieur vor Ort. Die US-geführten Koalitionstruppen zählen rund 18.000 Soldaten. Washington kündigte vor wenigen Tagen an, zur Verstärkung seiner Truppen bis zu 700 weitere Soldaten an den Hindukusch zu entsenden.

Bereits im Juni hatte die Nato angekündigt, ihr 8000 Soldaten umfassendes Isaf-Kontingent für die Zeit um die Parlamentswahl um 2000 Soldaten aufzustocken. Die Isaf sichert vor allem die afghanische Hauptstadt Kabul und einige nördliche und nordwestliche Provinzen.

Die Bundeswehr ist bisher mit etwa 2200 Soldaten in Afghanistan im Einsatz. Etwa 1500 deutsche Soldaten sind in Kabul stationiert. Der Rest verteilt sich auf Kunduz, Faizabad sowie den Stützpunkt Termes in Usbekistan, von wo aus die Soldaten in das Nachbarland eingeflogen werden.



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