Anschlag in Afghanistans Hauptstadt Sieben Menschen in Kabul mit Autobombe getötet

Eine starke Explosion hat das Zentrum der afghanischen Hauptstadt Kabul erschüttert. Sieben Menschen starben, darunter ein Kind und vier Mitarbeiter einer kanadischen Sicherheitsfirma.

Ein Junge blickt durch die entglaste Fassade auf Kabul, nachdem nahe des Innenministeriums eine Autobombe explodierte
HEDAYATULLAH AMID/ EPA-EFE/ REX

Ein Junge blickt durch die entglaste Fassade auf Kabul, nachdem nahe des Innenministeriums eine Autobombe explodierte


Bei einem Anschlag mit einer Autobombe in Kabul sind mindestens sieben Menschen getötet worden. Mindestens zehn weitere Menschen seien verletzt worden, darunter vier ausländische Staatsbürger, teilte das Innenministerium mit.

Bei allen Todesopfern handele es sich um Zivilisten, darunter auch ein Kind, sagte der Sprecher Nasrat Rahimi. Aus Ministeriumskreisen hieß es, ein Selbstmordattentäter habe sich am Mittwochmorgen in dem Auto in die Luft gesprengt. Ziel sei offenbar ein Konvoi aus Regierungsfahrzeugen gewesen.

Der Sprengsatz habe ein gepanzertes Fahrzeug einer kanadischen Sicherheitsfirma getroffen, die verletzten Ausländer seien Mitarbeiter des Unternehmens GardaWorld. Zu den Nationalitäten der verletzten Ausländer gab es zunächst keine Informationen.

Zunächst reklamierte keine Gruppe den Anschlag für sich.

Die Detonation ereignete sich, einen Tag nachdem Afghanistans Präsident Ashraf Ghani die Bereitschaft zu einem Gefangenenaustausch mit den Taliban erklärt hatte. Mit Blick auf Verhandlungen um die Freilassung zweier von den Taliban entführter Ausländer hatte Ghani am Dienstag angekündigt, drei hochrangige Taliban-Vertreter würden "unter Bedingungen" aus dem Bagram-Gefängnis entlassen.

Ob oder wann im Gegenzug die beiden von den Taliban entführten Ausländer freigelassen würden, sagte Ghani nicht. Bei beiden handelt es sich um Professoren der American University of Afghanistan in Kabul. Der US-Bürger Kevin King und der Australier Timothy Weeks waren im August 2016 im Zentrum Kabuls von bewaffneten Männern in Militäruniform entführt worden.

In Afghanistan kommt es immer wieder zu Entführungen und Anschlägen. Laut einem im Oktober veröffentlichten Uno-Bericht wurde zwischen Juli und September dieses Jahres eine "beispiellose" Zahl an Zivilisten in Afghanistan getötet oder verletzt.

Demnach kamen in diesem Zeitraum mehr als 1170 Menschen in dem Konflikt ums Leben, fast 3140 wurden verletzt. Dies entspricht einem Anstieg von 42 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Uno machte vor allem "Nichtregierungselemente" wie die Taliban für die Gewalt verantwortlich.

cht/AFP/dpa

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