Terroroffensive in Afghanistan Autobombe tötet zehn Menschen und zerstört Krankenhaus

Der Anschlag galt einer Geheimdienstzentrale im Süden Afghanistans, mindestens zehn Menschen starben. Die Wucht der Explosion zerstörte auch ein Krankenhaus, die Taliban reklamieren die Tat für sich.

Anschlagsort in Sabul, im Hintergrund mehrere zerstörte Krankenwagen
Ahmad Wali Sarhadi/ AP

Anschlagsort in Sabul, im Hintergrund mehrere zerstörte Krankenwagen


Bei einem Anschlag auf ein Geheimdienstgebäude in der südafghanischen Stadt Kalat sind mindestens zehn Menschen getötet und 85 weitere verletzt worden.

Durch die Explosion der Autobombe sei auch das örtliche Krankenhaus zerstört worden, sagte der Gouverneur der Provinz Sabul, Rahmatullah Jarmal. Die radikalislamischen Taliban reklamierten den Anschlag für sich.

Der Leiter des Provinzrates von Sabul, Atta Jan Hakbajan, sprach von mindestens 20 Toten und 90 Verletzten. Der Talibansprecher Kari Jusuf Ahmadi sagte, der Anschlag habe sich gegen den afghanischen Geheimdienst gerichtet und Geheimdienstmitarbeiter getötet.

Taliban wollen auch die Präsidentschaftswahl angreifen

Mit der Explosion in Kalat setzt sich die blutige Anschlagsserie in dieser Woche fort. Am Dienstag waren bei zwei Selbstmordanschlägen, welche die Taliban ebenfalls für sich reklamierten, 48 Menschen getötet und etwa 80 verletzt worden.

Einer der Anschläge richtete sich gegen eine Wahlkampfveranstaltung, an der Präsident Aschraf Ghani teilgenommen hatte. Bei einem Selbstmordanschlag in einem Regierungsgebäude in der ostafghanischen Stadt Dschalalabad wurden am Mittwoch mindestens vier Menschen getötet.

Die Gewalt in Afghanistan hat zugenommen, seitdem US-Präsident Donald Trump vergangene Woche die offenbar kurz vor dem Abschluss stehenden Friedensverhandlungen mit den Taliban für "tot" erklärt hatte. Anlass war ein Anschlag in Kabul, bei dem auch ein US-Soldat getötet worden war.

Der US-Gesandte für Afghanistan, Zalmay Khalilzad, soll am Donnerstag vor einem Kongressausschuss über die Friedensverhandlungen mit den Taliban aussagen. Er hatte neun Gesprächsrunden mit den Taliban in Doha gehalten. Dabei erzielte er nach eigenen Angaben eine Grundsatzeinigung, wonach die USA ihre Truppen aus Afghanistan abziehen und die Taliban mit der Terrororganisation Al-Kaida brechen sollten.

Am 28. September stehen in Afghanistan Präsidentschaftswahlen an. Die Taliban haben angekündigt, den Wahlgang zu stören.

cht/Reuters/AFP



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