Afghanistan Behörden befürchten Taliban-Angriff auf Staudamm

In der afghanischen Unruheprovinz Helmland rüsten sich Hunderte Taliban-Kämpfer laut Behördenangaben für einen Angriff auf einen strategisch wichtigen Staudamm. Unterdessen kündigte US-Verteidigungsminister Gates an, den Taliban einen "strategischen Rückschlag" zufügen zu wollen.

Spin Boldak/Rawalpindi - Rund 700 Taliban-Kämpfer sind über die pakistanische Grenze gekommen, um den für die Energieversorgung bedeutenden Kajaki-Staudamm anzugreifen. Dies sagte heute der Gouverneur der Provinz Asadullah Wafi. Er beschuldigte den pakistanischen Geheimdienst ISI, die Rebellen auszubilden und logistische Unterstützung zu leisten.

In den vergangenen Wochen war es zwischen Nato-Soldaten und Taliban bereits zu heftigen Gefechten um den Kajaki-Damm gekommen.

Die USA kündigten heute an, den Taliban sowie dem Terrornetz al-Qaida in Afghanistan mit pakistanischer Hilfe einen "strategischen Rückschlag" beizubringen. "Wir haben darüber gesprochen, wie wichtig es ist, in diesem Frühjahr die Offensive an uns zu reißen", sagte US-Verteidigungsminister Robert Gates nach einem Treffen mit dem pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf in Islamabad. Angesichts anhaltender Vorwürfe gegen Pakistan betonte Gates, Islamabad sei immer noch ein "sehr starker Verbündeter" der USA im Anti-Terror-Kampf. Es war Gates erster Besuch in Pakistan.

Über die 2560 Kilometer lange Grenze gelangen immer wieder Extremisten von Pakistan nach Afghanistan, um dort Anschläge zu verüben.

Der Druck auf Musharraf, härter gegen die Taliban im halbautonomen Stammesgebiet Wasiristan an der Grenze zu Afghanistan vorzugehen, ist in den vergangenen Monaten deutlich gewachsen. Die Regierung in Kabul wirft der in Islamabad vor, dass die Rebellen in Pakistan aktiv unterstützt werden.

Am Wochenende kamen bei Kämpfen und Anschlägen im Süden Afghanistans mindestens sechs Taliban-Kämpfer und fünf Polizisten ums Leben. Die meisten Opfer gab es bei einem stundenlangen Gefecht zwischen Extremisten sowie afghanischen und Nato-Truppen nahe der Stadt Tirin Kot am Sonntagabend, wie die Behörden heute mitteilten.

Sechs Extremisten und drei Polizisten kamen demnach dort ums Leben, zudem wurden zwölf mutmaßliche Taliban gefasst und zahlreiche Waffen beschlagnahmt. Zwei weitere Polizisten wurden getötet, als Rebellen in der Provinz Sabul ihr Fahrzeug angriffen, wie die Polizei mitteilte.

Die Koalitionstruppen teilten mit, bei einem gemeinsamen Angriff mit afghanischen Streitkräften nahe Gereschk in der Provinz Helmand seien zudem heute mehrere Taliban getötet worden. Die genaue Zahl sei noch unklar.

hen/AP/dpa/Reuters

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