Afghanistan Bomben im Morgennebel

Im dichten Morgennebel haben US-Kampfflugzeuge am Mittwoch die afghanische Hauptstadt Kabul bombardiert. Augenzeugen berichteten von fünf bis sechs schweren Explosionen.


Ein F-14 Tomcat startet vom Flugzeugträger USS-Enterprise
AP

Ein F-14 Tomcat startet vom Flugzeugträger USS-Enterprise

Kabul - Den Bombardements waren bereits mehrere nächtliche Angriffswellen vorausgegangen. Ein Kampfflugzeug warf Augenzeugen zufolge in der Nacht mindestens zwei Bomben ab, die im Zentrum einschlugen. Über die genauen Ziele der Angriffe auf Kabul wurde nichts bekannt, da über die Hauptstadt eine nächtliche Ausgangssperre verhängt wurde. Die Taliban hätten kein Luftabwehrfeuer gegen die Angriffe eingesetzt, die bereits nach Einbruch der Dunkelheit begonnen hätten, sagten Augenzeugen. Die Nachrichtenagentur AIP meldete, in den Morgenstunden sei auch die Taliban-Hochburg Kandahar Ziel der Angriffe gewesen. Vier Menschen seien dabei getötet worden.

Bisher 2000 Bomben auf Afghanistan

Die USA hatten bereits im Laufe des Dienstags die afghanische Hauptstadt unter heftigen Beschuss genommen. Dabei war auch ein Lagerhaus des Roten Kreuzes getroffen worden. Die US-Armee erklärte, sie habe bei den von Großbritannien unterstützten Angriffen auf Ziele in Afghanistan seit dem 7. Oktober weit über 2000 Bomben über dem zentralasiatischen Land abgeworfen. Sie bestätigte zudem, dass sie auch Truppen der Taliban außerhalb Kabuls bombardiere, die im Bürgerkrieg gegen die oppositionelle Nordallianz Vorstöße auf die Hauptstadt abwehren sollen. US-Kampfflugzeuge hätten außerdem Taliban-Soldaten an dem strategisch wichtigen Straßenkreuz in der im Norden Afghanistans gelegenen Stadt Masar-i-Scharif angegriffen, sagte ein Armeesprecher. Das US-Bombardement habe die Nordallianz zu einem Vorstoß auf die Stadt genutzt. Sie stehe nun rund zehn Kilometer vor Masar-i-Scharif.

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld wies Berichte zurück, wonach bei den US-Angriffen viele Zivilisten ums Leben kamen. Rumsfeld sagte dem Sender El Dschasira, die zivilen Opfer könnten durch die afghanische Luftabwehr oder bei den Gefechten mit der Nordallianz getötet worden sein. Die US-Armee treffe alle Vorsichtsmaßnahmen, um den Tod von Zivilisten zu vermeiden.

Australien schickt Elite-Soldaten

Australien kündigte am Mittwoch an, zur Unterstützung der US-Angriffe 1550 Soldaten zu entsenden, darunter Elite-Einheiten der Luftwaffe. Außerdem sollten vier Kampfflugzeuge, drei Fregatten und zwei Tankflugzeuge in die Region geschickt werden. Der australische Ministerpräsident John Howard sagte, US-Präsident George W. Bush habe ihn in einem Telefongespräch gebeten, ein Angebot zu "aktivieren", die Militäraktion in Afghanistan zu unterstützen.



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