Afghanistan Deutscher Hauptkommissar bei Anschlag in Kabul verletzt

Er war für die EU-Polizeimission Eupol im Einsatz: Ein 51-Jähriger aus Oberhausen ist bei einem Selbstmordanschlag in Kabul verletzt worden. Ein britischer Kollege starb.

Abtransport: Einer der verletzten Eupol-Mitarbeiter wird vom Tatort weggetragen
AFP

Abtransport: Einer der verletzten Eupol-Mitarbeiter wird vom Tatort weggetragen


Bei einem Talibananschlag auf einen Fahrzeugkonvoi von Ausländern sind am Sonntag in der afghanischen Hauptstadt Kabul drei Menschen getötet und mindestens 21 verletzt worden, darunter auch ein Deutscher.

Der 51 Jahre alte Hauptkommissar aus Oberhausen war für die EU-Polizeimission Eupol im Einsatz und saß zusammen mit drei Kollegen in einem Auto, das von dem Wagen eines Selbstmordattentäters gerammt wurde. Zwei der Kollegen wurden bei dem Anschlag ebenfalls verletzt, der vierte, ein britischer Eupol-Mitarbeiter, starb.

Die Detonation ereignete sich im morgendlichen Berufsverkehr in der Nähe des Kabuler Flughafens. Auch 18 afghanische Zivilisten wurden verletzt, darunter drei Kinder. Die radikalislamischen Taliban bekannten sich zu dem Anschlag.

Eupol unterstützt den Aufbau der afghanischen Polizei seit 2007. Der von 23 EU-Staaten getragenen Mission gehören mehr als 200 internationale und rund 180 einheimische Mitarbeiter an. In den vergangenen Jahren waren sie schon häufiger Ziel von Anschlägen der Taliban. Erst im Januar hatte ein Selbstmordattentäter ein Eupol-Fahrzeug in Kabul angegriffen und einen afghanischen Passanten mit in den Tod gerissen.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger verurteilte den Anschlag. "Es zeigt sich leider wieder, wie gefährlich die Situation in Afghanistan nach wie vor ist. Zugleich wird aber deutlich, dass die afghanischen Sicherheitskräfte weiter die internationale Unterstützung im Kampf gegen den Terror brauchen."

Die Afghanen haben seit dem Abzug der Nato-geführten Kampftruppen zum Jahreswechsel die alleinige Sicherheitsverantwortung im Land. Die Nato unterstützt sie weiter mit etwa 12.000 Soldaten, die vor allem ausbilden und beraten. Am Mittwoch kündigte die Nato an, auch nach dem im kommenden Jahr auslaufenden Einsatz in Afghanistan zu bleiben.

vet/dpa/AFP

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