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Afghanistan: Anschlag auf Militärakademie

Foto: Jawad Jalali/ dpa

Afghanistan Deutscher General bei Attentat schwer verletzt

Ein Mann in afghanischer Militäruniform feuerte auf Nato-Soldaten: Bei einer Schießerei in einer afghanischen Kaserne ist ein deutscher Brigadegeneral schwer verletzt worden. Ein US-amerikanischer Zweisterne-General wurde bei dem Angriff getötet.

Kabul - Bei einem Attentat in einer Militärakademie nahe der afghanischen Hauptstadt hat ein deutscher Bundeswehrsoldat schwere Verletzungen erlitten. Der Mann sei außer Lebensgefahr, teilte das Einsatzführungskommando der Bundeswehr mit. Er wurde nach Informationen von SPIEGEL ONLINE mit einem Helikopter in das US-Camp in Bagram geflogen und dort medizinisch versorgt. Ein US-General starb an seinen Verletzungen.

Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE handelt es sich bei dem verletzten deutschen Offizier um Michael Bartscher. Der Brigadegenaral ist seit einigen Monaten als Berater der Schutztruppe Isaf im afghanischen Verteidigungsministerium eingesetzt. Bartscher war bereits zuvor in Nordafghanistan stationiert, auch dort engagierte er sich in der Ausbildung für die afghanischen Streitkräfte.

Nach ersten Angaben der Bundeswehr kam es zu dem Angriff, als sich am Dienstagmorgen mehrere hochrangige Isaf-Vertreter in der Trainingseinrichtung in Qargha westlich von Kabul trafen und ein afghanischer Soldat das Feuer auf sie eröffnete.

Der Sprecher des afghanischen Verteidigungsministerium sagte SPIEGEL ONLINE, bisher sei nicht klar, ob der Attentäter Soldat war oder sich nur mit einer Uniform in das Trainingszentrum in Quarga westlich von Kabul geschmuggelt habe. Wörtlich sprach er von einem "Terroristen".

Der Angriff ereignete sich 12.23 Uhr afghanischer Zeit. Aus dem Hauptquartier der Schutztruppe hieß es, insgesamt seien 15 Isaf-Soldaten verletzt worden. Der Sprecher der afghanischen Armee berichtete per Telefon von drei verletzten afghanischen Soldaten.

Das Attentat eines afghanischen Soldaten auf ausländische Trainer, im Militärjargon "green on blue" genannt, ist einer der schwersten seit dem Beginn der Isaf-Mission in Afghanistan. Seit rund zwei Jahren hatte die Schutztruppe die Sicherheitsvorkehrungen in den Ausbildungscamps immer wieder verschärft, trotzdem gab es immer wieder tödliche Attacken.

Nach dem Tod des Zweisterne-Generals der US-Armee war im Nato-Hauptquartier in Brüssel von einem "schwarzen Tag" die Rede. Die Isaf teilte mit, der Vorfall werde untersucht.

mgb
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