Afghanistan Dutzende sterben bei Anschlag auf Marktplatz

Blutiger Anschlag zum Abendgebet: Bei einem Selbstmordattentat im Südwesten Afghanistans sind mindestens 24 Menschen getötet worden. Die Attentäter sprengten sich auf einem überfüllten Platz vor einer Moschee in die Luft. Unter den Dutzenden Verletzten sind auch Kinder.


Kabul - Die Attentäter hatten ihre Sprengstoffgürtel gezündet, als zahlreiche Menschen die größte Moschee der Provinzhauptstadt Sarandsch zum Abendgebet besuchten. Bei dem Anschlag in der afghanischen Provinz Nimros starben mindestens 24 Menschen, 34 weitere seien verletzt worden, sagte Gouverneur Ghulam Dastgir Asad am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP.

Unter den 24 Todesopfern seien zwei Polizeibeamte. Mehrere der 34 Verletzten, darunter Kinder, befanden sich in ernstem Zustand. Der Gouverneur hatte in einer ersten Bilanz von 17 Toten und 25 Verletzten gesprochen. Zunächst war unklar, wer für den Selbstmordanschlag vor einer Moschee in der Nähe eines Marktplatzes verantwortlich war. Im Süden und Osten Afghanistans kommt es immer wieder zu Angriffen der radikalislamischen Taliban.

Nach Angaben des Innen- und des Verteidigungsministeriums töteten die afghanische Armee und internationale Truppen am Donnerstag bei Kämpfen im Süden des Landes 13 Aufständische. Zudem sei der hochrangige Taliban-Führer Mullah Tor Dschan in der südlichen Provinz Urusgan gefangengenommen worden.

Steinmeier macht sich für Eupol stark

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprach sich nach einem Gespräch mit dem neuem Uno-Sondergesandten in Afghanistan, Kai Eide, für eine deutliche Aufstockung der EU-Polizeimission in Afghanistan (Eupol) aus.

Steinmeier schlug nach seinem Gespräch mit Eide vor, die Anstrengungen für eine Aufstockung der Eupol "zu verdoppeln". Im Hinblick auf die Wahlen 2009 in Afghanistan sei eine Aufstockung der derzeit etwa 200 EU-Polizeibeamten notwendig. "Ich werde Gespräche führen mit den EU-Mitgliedern, um eine zweite ergänzende Initiative auf den Weg zu bringen", sagte Steinmeier weiter.

Eide forderte, den Aufbau der afghanischen Polizei weiter zu verfolgen, um eine "alltägliche Sicherheit" zu erreichen. Zur Sicherheitslage in Afghanistan sagte der Uno-Sondergesandte: "Ich glaube nicht, dass die Taliban in der Offensive sind. Ich denke, sie sind in der Defensive."

amz/AFP



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