Afghanistan Freigelassene Geisel auf dem Weg nach Deutschland

In den frühen Morgenstunden war es für Rudolf Blechschmidt endlich soweit: Der deutsche Bauingenieur trat nach Informationen von SPIEGEL ONLINE nach fast dreimonatiger Geiselhaft in Afghanistan die Heimreise an.


Kabul – Blechschmidt, 62, bestieg am Morgen auf dem Airport von Kabul das Flugzeug einer afghanischen Airline. Erstes Ziel der Heimreise war Dubai. Von dort aus geht es für den Bauingenieur dann weiter nach Deutschland.

Ex-Geisel Blechschmidt: Heim nach Deutschland
REUTERS

Ex-Geisel Blechschmidt: Heim nach Deutschland

Blechschmidt war zuvor von einem Bundeswehr-Arzt untersucht worden. Er befindet sich in guter Verfassung. Am Abend nach seiner Freilassung hatte der Ingenieur in Kabul mit dem deutschen Botschafter und Experten des Bundeskriminalamts (BKA) gegessen - und zum ersten Mal seit 84 Tagen in einem richtigen Bett schlafen können.

Blechschmidt war gestern von seinen Kidnappern in der afghanischen Provinz Wardak freigelassen worden - fast drei Monate hatte der Krisenstab des Auswärtigen Amtes um seine Freilassung verhandelt.

"Mir geht es gut, ich bin nur müde", hatte der 62-jährige unmittelbar nach seiner Freilassung zu SPIEGEL ONLINE am Telefon gesagt.

Um sein Leben zu retten, musste sich die Bundesregierung auf einen heiklen Handel mit den Entführern einlassen. Am Ende wagten die Experten vom BKA einen Deal mit hohem Risiko: Sie boten über afghanische Vermittler ein Paket aus Lösegeld und vier zuvor festgenommene Komplizen des Entführers für die deutsche Geisel.

Zwei von ihnen waren vor zwei Wochen bei einer gescheiterten Geldübergabe festgenommen worden. Hinzu kamen der 22jährige Sohn eines der Kriminellen und eine weitere Randfigur des Falls.

mgb/als



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.