Afghanistan Freigelassene Taliban-Geisel in Frankreich angekommen

Eric Damfreville war wochenlang von den Taliban in Geiselhaft gehalten worden. Heute kam er, einen Tag nach seiner Freilassung, in seiner Heimat Frankreich an. Er sei gut behandelt worden, ließ er wissen.


Villacoublay - Er freue sich sehr, wieder da zu sein, sagte Damfreville heute Morgen auf dem Militärflughafen Villacoublay in der Nähe von Paris. Noch größer wäre seine Freude aber, wenn auch die drei mit ihm verschleppten Afghanen wieder frei wären. Frankreichs Außenminister Philippe Douste-Blazy und der Vorsitzende der Hilfsorganisation Terre d'Enfance - für die Damfreville gearbeitet hatte - nahmen den Freigelassenen am Flughafen in Empfang.

Damfreville war sichtlich geschwächt, als er aus der französischen Militärmaschine stieg; er ging unsicher, trug eine Augenbinde und hing am Tropf. Dies liege daran, dass er in Afghanistan zuletzt recht "ländlich" gelebt habe; er sei in den 38 Tagen seiner Gefangenschaft "gut behandelt" worden, sagte der Franzose. Diplomaten sagten, während des Fluges von Kabul nach Frankreich habe ein Arzt den Freigelassenen betreut. Ein Krankenwagen brachte Damfreville vom Flughafen aus ins Krankenhaus.

Die radikalislamischen Taliban in Afghanistan hatten den Franzosen am 3. April entführt. Zusammen mit ihm verschleppten sie die Französin Céline Cordelier und drei Einheimische. Während Cordelier Ende April wieder freigelassen wurde, sind die Afghanen immer noch in der Gefangenschaft. Frankreichs neu gewählter Staatschef Nicolas Sarkozy gratulierte Damfreville zur Freilassung und erklärte, er wolle alles in Bewegung setzen, damit auch die übrigen Geiseln schnell freikämen. Frankreich hat im Rahmen der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan (ISAF) noch rund tausend Soldaten in Afghanistan stationiert.

yas/AFP



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