Afghanistan Großbritannien ist zur Truppenaufstockung bereit

Kampf gegen die Taliban: Einem Zeitungsbericht zufolge ist der Oberbefehlshaber von Großbritanniens Armee bereit, die Zahl der Soldaten in Afghanistan von 8300 auf 12.000 zu erhöhen. Derweil denkt die kirgisische Regierung darüber nach, den US-Luftwaffenstützpunkt Manas doch nicht zu schließen.


Hamburg - Richard Dannatt, Großbritanniens oberster Heerführer, sagte der "Times" vom Freitag, im Gespräch sei die Verlegung von Teilen einer Brigade, die ursprünglich für einen Einsatz im Irak ausgebildet worden sei. Damit würde sich die Zahl der Soldaten in Afghanistan um 3700 erhöhen. Gegenwärtig beträgt die Truppenstärke 8300 Mann, das ist das zweitgrößte Kontingent nach den USA.

Britische Armee: Aufstockung in Afghanistan
REUTERS

Britische Armee: Aufstockung in Afghanistan

Dessen Präsident Barack Obama will am Freitag eine neue Afghanistan-Strategie vorstellen, zu der ebenfalls eine Aufstockung der Truppen gehört. Auch die Bundeswehr ist in Afghanistan militärisch engagiert.

Profitieren könnte die US-Regierung von Plänen der kirgisischen Regierung, den US-Luftwaffenstützpunkt Manas möglicherweise doch nicht zu schließen. Beide Seiten seien übereingekommen, über die Zukunft der Militärbasis neue Gespräche aufzunehmen, sagte ein ranghoher US-Vertreter am Freitag in Moskau. Die Gesprächseinladung kam seinen Angaben zufolge von der kirgisischen Regierung. Die Militärbasis nahe der Hauptstadt Bischkek hat eine wichtige Funktion bei der Nachschubversorgung für die Nato-Truppen in Afghanistan.

Noch im Februar hatte die kirgisische Regierung, offenbar auf Drängen Moskaus, den US-Amerikanern eine 180-tägige Frist für die Schließung des Stützpunktes gegeben. Die USA hatten im Gegenzug umgerechnet rund 1,5 Milliarden Euro an Krediten und Investitionen in Aussicht gestellt, woraufhin der kirgisische Präsident Kurmanbek Bakijew Anfang März überraschend neue Gespräche vorgeschlagen hatte.

Außenminister Kadyrbek Sarbajew bekräftigte am Donnerstag allerdings die Entscheidung, die Basis zu schließen. Dies erklärte auch Bakijews Sprecher Almas Turdumamatow am Freitag: Das Abkommen mit den USA sei bereits gekündigt, sagte er in Bischkek.

jar/rtr/AFP



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