Taliban-Angriffe Ex-Generalinspekteur Kujat fordert Militäreinsatz in Afghanistan

Taliban-Rebellen hatte die afghanische Stadt Kunduz überrannt - mittlerweile hat die Armee zurückgeschlagen. Doch der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr Kujat sagt: Nur die Nato könne die Lage unter Kontrolle bringen.

Ex-Bundeswehr-Generalinspekteur Kujat: "Eine Frage der Zeit"
imago/ Müller-Stauffenberg

Ex-Bundeswehr-Generalinspekteur Kujat: "Eine Frage der Zeit"


Die Gefechte zwischen Taliban-Rebellen und der afghanischen Armee in Kunduz dauern an. Der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, hält einen umfassenden Militäreinsatz für notwendig, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. "Nur ein erneuter massiver Kampfeinsatz der Nato könnte die Situation bereinigen", sagte Kujat den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Dazu sei die internationale Staatengemeinschaft aber nicht bereit. "Es zeichnet sich ab, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die Taliban die Macht im Land übernehmen."

Zwei Jahre nach dem Abzug der Bundeswehr aus Kunduz hatten die radikalislamischen Taliban die Stadt am Montag überrannt. Sie ist die erste Provinzhauptstadt, die seit dem Sturz des Taliban-Regimes Ende 2001 von den Rebellen erobert wurde. Mittlerweile haben Spezialkräfte das Stadtzentrum wieder unter ihre Kontrolle gebracht.

Der ehemalige Generalinspekteur zeigte sich von der Situation im Land nicht überrascht: "Diese Entwicklung hat sich seit mehr als zwei Jahren abgezeichnet", sagte er. Kujat war von 2000 bis 2002 höchster Offizier der Bundeswehr. Danach war er Vorsitzender des Militärausschusses der Nato.

kev/dpa

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eisbärchen_123 01.10.2015
1. Besser wäre ein Militärerinsatz an den EU-Außengrenzen...
...um die Lage wenigstens wieder ansatzweise unter Kontrolle zu bringen. Die USA finanzieren ein milliardenschweres Heimatschutzministerium um die Sicherheit seiner Bürger zu gewährleisten. Merkel dagegen öffnet die Grenzen und lässt Zehntausende unkontrolliert und unregistriert einreisen. Noch dazu aus einem Gebiet, in welchem zahlreiche Volksgruppen leben, die dem Westen feindlich gesinnt sind. Vom IS, welcher uns den heiligen Krieg erklärt hat, ganz zu schweigen. Aber laut Merkel ist das ja wieder alternativlos und von SPON gibt's obendrauf Jubelgeschrei. Bravo!!
klaus591 01.10.2015
2. das kostet viel Blut
Natürlich ist die NATO den Taliban überlegen, aber um bebaute Gebiete wie Kundus zu befreien braucht man Bodentruppen. Das aber wiederum kostet Blut nicht nur der Taliban sondern auch das der NATO. Es ist etwas anderes als ein Feldlager auf einem unbesetzten Territorium zu errichten und zu verteidigen als ein besetztes Feldlager und eine Stadt wieder freizukämpfen. Dazu wird der Westen und die USA nicht mehr bereit sein. Die Russen hatten es versucht und sind gescheitert und der Westen ist ebenso gescheitert. Das ist schmerzlich wenn man an 105 deutsche getötete Soldaten denkt,aber es ist die Realität.
hwdtrier 01.10.2015
3. Wo er Recht hat
Für einen richtigen Kampf zu feige hat der Westen alles verschlimmert.
hansulrich47 01.10.2015
4. Was soll das?
Kujat hat es leider nicht verstanden. Diesen Krieg kann man nicht gewinnen, wenn man nicht konsequent über die Grenzen nach Pakistan und Persien geht. Da das ausgeschlossen ist, kann man sich nur zurückziehen! Merke: Grober Unfug wird nicht dadurch korrigiert, dass man ihn in die Länge zieht! Das Engagement war von Beginn an falsch!
holgerkraeft 01.10.2015
5. Wenn der Demos...
...damals in Athen für Krieg stimmte, war jedem Abstimmenden klar, daß er mit mußte. Sonst wäre er nicht stimmberechtigt gewesen. Auch der schon betagte Sokrates ging mit, trat sich einen Dorn ein, wurde wütend und rettete den Ausgang eines Scharmützels. Vielleicht mal eine Phalanx aus Kriegsbefürwortern plus ihren Söhnen bilden, so als leuchtendes Beispiel für teutschäh Wehrbereitschaft...
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