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18. November 2010, 17:10 Uhr

Afghanistan

Isaf-Soldaten töten Dutzende Extremisten

Bei einem Einsatz im Osten Afghanistans haben Soldaten der internationalen Schutztruppe Isaf möglicherweise mehr als 40 Extremisten getötet - die gemeinsame Aktion mit dem afghanischen Militär dauerte laut Isaf-Angaben vier Tage.

Kabul - Die Isaf-Schutztruppe ist zusammen mit afghanischen Soldaten in einer großangelegten Aktion gegen Kämpfer der radikal-islamischen Taliban vorgegangen. Bei dem Einsatz im Osten Afghanistans wurden möglicherweise mehr als 40 Extremisten getötet. Die Aktion sei nach vier Tagen abgeschlossen worden, teilte die Isaf am Donnerstag mit.

Den Angaben zufolge wurden am Sonntag fünf Isaf-Soldaten bei mehrstündigen Gefechten mit Taliban getötet.

Vor dem Nato-Gipfel in Lissabon hat die unabhängige Afghanische Menschenrechtskommission das Bündnis vor einem verfrühten Rückzug vom Hindukusch gewarnt. "Wenn die internationalen Truppen zu schnell abziehen, wäre das ein echter Fehler", sagte die Leiterin der Kommission, Sima Samar. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass die Taliban wieder die Kontrolle über das Land übernehmen könnten. Zugleich forderte Samar die Militärallianz auf, den Schutz der Menschenrechte in den Mittelpunkt der künftigen Strategie in Afghanistan zu stellen. "Das Ziel muss der Respekt der Würde des Menschen sein", sagte sie. Samar forderte eine "multidimensionale Strategie" im Kampf gegen die Gewalt in Afghanistan. "Wir dürfen uns nicht nur auf militärische Fragen konzentrieren", sagte die bekannte afghanische Menschenrechtlerin. Daneben seien vor allem wirtschaftliche Entwicklung, gute Regierungsführung und Reformen im Justizsystem notwendig.

Die USA wollen beim Nato-Gipfel am Freitag und Samstag Berichten zufolge einen Plan für den schrittweisen Abzug ihrer Kampftruppen aus Afghanistan bis 2014 vorstellen.

Der Krieg in Afghanistan ist das wichtigste Thema auf dem Nato-Gipfel, der am Freitag beginnt. Die afghanische Regierung plant, ab 2014 die Verantwortung für die Sicherheit vollständig zu übernehmen. Die Nato erwartet aber nach eigenen Angaben, auch darüber hinaus am Hindukusch aktiv zu sein, etwa bei der Ausbildung von Soldaten.

hen/Reuters/AFP

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