Afghanistan Isaf-Soldaten töten mehr als 50 Taliban

Bei Gefechten zwischen der Afghanistan-Schutztruppe Isaf und radikal-islamischen Taliban sind im Süden Afghanistans gestern Dutzende Aufständische getötet worden. Auch ein Soldat der Isaf-Truppen starb.


Kabul - 100 bis 150 Taliban hätten eine Militärbasis in der südlichen Provinz Uruzgan angegriffen, teilte ein Sprecher der Isaf-Koalitionstruppen mit. Das Feuergefecht zwischen den Aufständischen und den Isaf-Soldaten habe mehrere Stunden gedauert. Die Soldaten der Allianztruppen und das afghanische Militär hätten mit Feuerwaffen und Kampfhubschraubern gegen die Angreifer gekämpft. Mindestens 55 Taliban-Kämpfer seien dabei getötet worden, so der Sprecher.

Bei den Kämpfen sei auch ein Isaf-Soldat ums Leben gekommen, acht andere seien verwundet worden. Über die Nationalität des getöteten Soldaten gibt es bislang keine Angaben. Nach Angaben der Nato wurden auch Zivilisten bei den Gefechten verwundet: Drei Menschen erlitten Verletzungen, als eine am Straßenrand deponierte Bombe, die den Konvoi der Nato treffen sollte, explodierte, erklärte die Nato.

Die Kämpfe geschahen einen Tag nachdem die internationale Menschenrechtsgruppe "Human Rights Watch" Kritik an den Nato-geführten Truppen in Afghanistan geübt hatte. Ihr Vorgehen gefährde zunehmend auch Zivilisten und bringe die Bevölkerung gegen die westliche Allianz auf, so "Human Rights Watch".

Nato-Komandeur Jones entschuldigte sich gestern für den Tod von Zivilisten, die bei Gefechten früher in der Woche ums Leben gekommen waren. Der Tod von Zivilisten sei etwas, was alle Angehörige der Allianz-Truppen um den Schlaf bringe, sagte Jones. Die Aufständischen würden die Zivilisten jedoch gefährden, in dem sie sich unter ihnen verstecken würden.

anr/dpa/AP/Reuters



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