Afghanistan Kinder sterben bei Anschlag auf Marktplatz

Der Attentäter sprengte sich inmitten von Basarständen in die Luft: Bei der Explosion auf einem belebten Markt in Zentralafghanistan starben fast zwei Dutzend Menschen. In der Nachbarprovinz wurden ein Polizist und mehrere Beamte getötet.


Kabul - Mehrere Anschläge haben Afghanistan am Donnerstag erschüttert. In Zentralafghanistan wurden mindestens 20 Menschen getötet - drei der Opfer sind nach Polizeiangaben Kinder. Der Gouverneur der Provinz Urusgan sagte, ein Selbstmordattentäter habe sich inmitten der Basarstände des Wochenmarkts in Dihrawud in die Luft gesprengt. Mindestens 13 Menschen seien verletzt worden.

Ziel des Anschlags war offenbar ein Treffen von Nato-Vertretern mit Stammesältesten und Behördenvertretern, das in der Nähe des Marktes stattfand. Afghanistans Präsident Hamid Karzai nannte den Anschlag unislamisch, der Täter habe es auf wehrlose Zivilisten abgesehen.

In der Nachbarprovinz Helmand kam bei einem weiteren Selbstmordanschlag ein Polizist ums Leben, vier Beamte und ein Zivilist wurden verletzt, wie die Nato erklärte. Die internationale Schutztruppe Isaf vermutet, die Attacke sei von Taliban durchgeführt worden. Die radikalislamischen Taliban verüben besonders im Süden Afghanistans immer wieder Anschläge.

Der Konflikt in Afghanistan hat im vergangenen Jahr mehr Zivilisten das Leben gekostet als je zuvor seit dem Sturz des Taliban-Regimes Ende 2001. Die Mission der Vereinten Nationen in Afghanistan (Unama) teilte am Mittwoch mit, 2009 sei die Zahl der getöteten Unbeteiligten verglichen mit dem Vorjahr um 14 Prozent auf 2412 gestiegen.

Aufständische wie die Taliban seien für rund zwei Drittel (67 Prozent) der Todesopfer verantwortlich gewesen. 25 Prozent der zivilen Opfer hätten Militäroperationen wie etwa der von der Bundeswehr angeordnete Luftangriff bei Kunduz verursacht. Die restlichen acht Prozent ließen sich keiner Konfliktpartei zuordnen.

Bei einer Explosion in der Nähe von Kandahar wurden am Donnerstag zudem vier Männer getötet, die dort Selbstmordanschläge geplant hatten, wie der stellvertretende Polizeichef mitteilte. Ihre Sprengsätze seien explodiert, bevor sie die Stadt erreichten.

kgp/dpa/APN/AFP/Reuters



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PeaceNow 14.01.2010
1. Mal sehen
wie lange es noch dauern wird, wieviele Milliarden man noch verbrennen wird und wieviele Opfer auf allen Seiten noch fordern wird, bis man erkennt das man Afghanistan weder militärisch noch durch Besatzung jemals befrieden wird können. Bie Besatzung selbst ist Ursache für den stetig wachsenden Wiederstand und Anschläge, so lange diese nicht endet, wird es immer so weitergehen, Logik = Ursache & Wirkung.
shareman 14.01.2010
2. irre Logik
Zitat von PeaceNowwie lange es noch dauern wird, wieviele Milliarden man noch verbrennen wird und wieviele Opfer auf allen Seiten noch fordern wird, bis man erkennt das man Afghanistan weder militärisch noch durch Besatzung jemals befrieden wird können. Bie Besatzung selbst ist Ursache für den stetig wachsenden Wiederstand und Anschläge, so lange diese nicht endet, wird es immer so weitergehen, Logik = Ursache & Wirkung.
Da sprengt sich ein verblendeter Terrorist mitten unter Menschen in die Luft und für SIE sind die internationalen Truppen schuld. Wie verblendet muss man für eine solche Aussage sein???
Galaxia, 14.01.2010
3. Terror
Zitat von sharemanDa sprengt sich ein verblendeter Terrorist mitten unter Menschen in die Luft und für SIE sind die internationalen Truppen schuld. Wie verblendet muss man für eine solche Aussage sein???
Erstmal zeigt sich, das egal welches aufgebot an stationierten Truppen, solcherlei "Terror" nicht verhindern können. Man kann ja schon froh sein, das dieser Anschlag nicht der BW galt. Und dann ist da noch die Frage wer von solchen Anschlägen profitiert und inwiefern die beteiligten Personen wusten, was sie da mit sich schleppen. Bitte bringen sie diesen versiegelten Rucksack zum Markt.
Rainer Helmbrecht 15.01.2010
4. Titel verweigert!
Zitat von GalaxiaErstmal zeigt sich, das egal welches aufgebot an stationierten Truppen, solcherlei "Terror" nicht verhindern können. Man kann ja schon froh sein, das dieser Anschlag nicht der BW galt. Und dann ist da noch die Frage wer von solchen Anschlägen profitiert und inwiefern die beteiligten Personen wusten, was sie da mit sich schleppen. Bitte bringen sie diesen versiegelten Rucksack zum Markt.
Betrachten Sie den Titel des Stranges: Kinder sterben. Mein Titel wäre: sinnloser Anschlag auf Zivilisten. Das Benennen von Kindern soll Emotionen wecken und das besonders Schlimme heraus stellen. Aber ist es weniger schlimm, wenn "nur" die Eltern von Kindern sterben? Hier findet eine Relativierung statt, um aus einer Nachricht, ein verkaufbare Zeitung zu machen. Geschäft mit dem Grauen des Krieges. MfG. Rainer
frubi 15.01.2010
5. .
Zitat von GalaxiaErstmal zeigt sich, das egal welches aufgebot an stationierten Truppen, solcherlei "Terror" nicht verhindern können. Man kann ja schon froh sein, das dieser Anschlag nicht der BW galt. Und dann ist da noch die Frage wer von solchen Anschlägen profitiert und inwiefern die beteiligten Personen wusten, was sie da mit sich schleppen. Bitte bringen sie diesen versiegelten Rucksack zum Markt.
Sowas lässt sich auch nicht verhindern. Man muss die Quaida-verseuchten Staaten unterstützen wenn sich diese wirklich ernsthaft von der Quaida lösen wollen. Der Jemen scheint daran interessiert also sollte man dem Jemen unter die Arme greifen. In Afghanistan gibt es anscheinend noch nicht mal das nötige Führungspersonal welches an der Bekämpfung der Taliban wirklich interessiert ist. Hier sollte man mit dem "aufräumen" anfangen. Das die Besetzungstruppen eine Mitschuld an der Situation haben ist ganz deutlich. Nach der schnellem Sturz der Taliban hätte man früher die afghanische Polizei und das afghanische Militär reformieren müssen. Diese hätte man dann vorerst unter westliche Leitung gestellt und nach und nach den Afghanen das Ruder überlassen. Stattdessen hockt man in Kunduz, tötet Zivilisten und sorgt für Unmut in der Bevölkerung. Effektiv war nur der Anfang.
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