Afghanistan-Konflikt Russland genehmigt Bundeswehr Transit auf dem Landweg

Erstmals hat Russland einem Staat derartige Rechte eingeräumt: Die Bundeswehr darf zukünftig ihre Ausrüstung auf dem Schienenweg durch russisches Territorium nach Afghanistan transportieren. Bislang war nur die Beförderung von nicht-militärischen Gütern erlaubt.

Hamburg - Dem Bahntransport von Bundeswehrmaterial nach Afghanistan durch Russland steht offensichtlich nichts mehr im Weg. Die Bundeswehr dürfe künftig auf der Schiene "Ausrüstungen und technische Kampfmittel" für den Einsatz der Internationalen Schutztruppe in Afghanistan (Isaf) durch Russland transportieren, sagte Außenamtssprecher Andrej Nesterenko. Es handele sich um einen "beispiellosen Schritt in den bilateralen Beziehungen". Es ist das erste Mal, dass Russland einem anderen Staat derartige Transitrechte einräumt.

Wie das Außenministerium in Moskau auf seiner Internetseite am Donnerstag mitteilte, hat die russische Zollbehörde bereits am 10. November zugesichert, die schon vor längerer Zeit auf politischer Ebene ausgehandelte Genehmigung nun in die Praxis umsetzen zu können. Im UN-Sicherheitsrat hatte die Veto-Macht Russland den Afghanistan-Einsatz der Isaf mehrfach unterstützt.

Die Genehmigung für den Schienen-Transit berücksichtige "die enge Zusammenarbeit mit Deutschland im Bereich der Gefahrenabwehr", sagte Nesterenko. Bundeskanzlerin Angela Merkel und der russische Präsident Dmitri Medwedew hätten bei einem Treffen Anfang Oktober in St. Petersburg über den Afghanistan-Konflikt gesprochen. Dabei sei es auch um eine mögliche Ausweitung der Truppenversorgung gegangen, teilte der Außenamtssprecher mit.

Bereits seit April hatte Russland Ländern wie Deutschland und Frankreich erlaubt, nicht-militärische Güter für die Nato-Truppen in Afghanistan über russisches Territorium zu transportieren. Ihr Militärgerät fliegt die Bundeswehr bislang zum Hindukusch. Dafür steuern die Transall-Maschinen zunächst den Lufttransportstützpunkt im usbekischen Termes von Deutschland aus an.

fsc/dpa/AFP

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