Afghanistan Leichen von vier verschleppten Richtern entdeckt

Die Leichen von vier verschleppten Richtern sind in der afghanischen Provinz Ghazni entdeckt worden. Die Taliban hatten die Beamten entführt - für deren Tod übernahmen sie jedoch nicht unmittelbar die Verantwortung.


Ghazni - Eine der vier Leichen wies Schusswunden am Kopf auf, die drei anderen am Körper, sagte ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP. Alle vier seien an den Füßen gefesselt gewesen.

Bei den Leichen handelt es sich um vier Richter, die am 20. Juli - einen Tag nach den 23 Südkoreanern - in der gleichen Provinz verschleppt worden waren. Das teilte die Polizei mit. Zu der Entführung der Beamten hatten sich die radikalislamischen Taliban bekannt. Für deren Tod übernahmen sie jedoch nicht unmittelbar die Verantwortung. Laut Polizei stammten die Richter aus der Nachbarprovinz Paktika. Medien hatten die vier zuvor als Gerichtsmitarbeiter bezeichnet.

Die Taliban halten nach wie vor 21 Südkoreaner gefangen. Am Montag töteten die Entführer bereits eine zweite männliche Geisel. Am gestrigen Dienstag stellten sie ein neues Ultimatum: Bis zum heutigen Mittwoch 12 Uhr Ortszeit (9.30 Uhr MESZ) soll die afghanische Regierung in einen Gefangenenaustausch einwilligen. Auch für eine Freilassung der deutschen Geisel Rudolf B. fordern die Entführer die Freilassung von Gesinnungsgenossen.

Gestern war ein Video aufgetaucht, das den 62-jährigen Deutschen in Afghanistans Bergen zeigt: vorgeführt, verschüchtert, mit Waffen bedroht. Der Film ist das erste Lebenszeichen, das öffentlich wurde - und der Beginn einer neuen Phase der Geiselnahme. Die Kidnapper erhöhen den Druck. Das Auswärtige Amt bezeichnete die Aufnahmen in einer ersten Stellungnahme als "Dokument der Einschüchterung", bleibt aber trotzdem vorsichtig optimistisch. Das Video ist nach Informationen von SPIEGEL ONLINE bereits mehrere Tage alt.

fba/AFP

© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.