Afghanistan Massengrab mit Regierungssoldaten gefunden

Polizisten haben im Südosten Afghanistans ein Grab mit rund 500 Regierungssoldaten entdeckt. Sie seien Ende der achtziger Jahre getötet worden, heißt es.


Kabul - Es handele sich um Soldaten des damals von der Sowjetunion gestützten Präsidenten Mohammed Nadschibullah, sagte ein Sprecher des Innenministeriums heute. Die Soldaten hätten sich den gegen die Sowjets kämpfenden Mudschaheddin ergeben und seien dann getötet worden. Ein Untersuchungsteam sei auf dem Weg in das Gebiet.

Das Grab sei vor etwa drei Wochen in der südöstlichen Provinz Paktika entdeckt worden, hieß es in Polizeikreisen. Die Soldaten seien wohl 1989 getötet worden. In deren Ermordung sollen auch zwei Mudschaheddin-Kommandeure verstrickt sein, die am 18. September bei der Parlamentswahl antraten.

Es ist nicht das erste Massengrab, das in Afghanistan entdeckt wurde. 2002 wurde im Norden des Landes ein Grab mit den Leichen hunderter Taliban-Kämpfer gefunden, die Anhänger des Milizchefs Abdul Raschid Dostum gefangen genommen hatten. Dostum arbeitet jetzt als Berater des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai. Die Mudschaheddin, aus denen später die Taliban hervorgingen, vertrieben 1992 die von der Sowjetunion gestützte Regierung. Nadschibullah wurde 1996 von den Taliban hingerichtet.



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