Afghanistan Dutzende Tote bei Anschlag auf Wahlkampfveranstaltung

Bei einem Bombenanschlag auf eine Wahlkampfveranstaltung des afghanischen Präsidenten Ashraf Ghani sind mindestens 24 Menschen getötet worden. Der Staatschef selbst blieb unverletzt.

Präsident Ashraf Ghani: Laut Behördenangaben unverletzt
Omar Sobhani/ REUTERS

Präsident Ashraf Ghani: Laut Behördenangaben unverletzt


Der Täter kam offenbar mit dem Motorrad: Ein Angreifer hat in der afghanischen Provinzhauptstadt Tscharikar einen Selbstmordanschlag verübt. Die Attacke traf eine Wahlkampfveranstaltung von Präsident Ashraf Ghani. Bei der Explosion wurden nach Krankenhausangaben mindestens 24 Menschen getötet. Staatschef Ghani, der für seine Wiederwahl Ende September wirbt, blieb laut lokalen Behördenvertretern hingegen unverletzt.

Laut Innenministerium zündete der Täter seinen Sprengsatz am ersten Kontrollposten vor dem Versammlungsort. Unter den Opfern sind offenbar auch Kinder. Die Lage sei jedoch unübersichtlich, die Zahl der Opfer könne weiter steigen, teilte der Leiter des örtlichen Krankenhauses mit. Medien berichten zudem über eine zweite Explosion in der Nähe der US-Botschaft im Zentrum der Hauptstadt Kabul.

Afghanische Sicherheitsbehörden am zweiten Tatort in Kabul
Omar Sobhani / Reuters

Afghanische Sicherheitsbehörden am zweiten Tatort in Kabul

Bisher bekannte sich niemand zu den Angriffen. Die radikalislamischen Taliban hatten jedoch bereits Anfang August zu einem Boykott der Präsidentschaftswahl in Afghanistan aufgerufen und mit Gewalt gedroht. Die Bevölkerung solle sich von Wahlveranstaltungen fernhalten, um nicht zu einem potenziellen Ziel zu werden, hieß es. Aufnahmen der Veranstaltung von Ghani zeigen, dass sich dennoch Tausende Menschen versammelten, um den Präsidenten zu sehen.

Die Präsidentschaftswahl in Afghanistan ist für den 28. September angesetzt. Schon der erste Tag des Wahlkampfs war Ende Juli von einem schweren Anschlag überschattet worden. Bei einem Anschlag auf das Büro des Vizepräsidentenkandidaten Amrullah Saleh in der Hauptstadt Kabul wurden mehr als 20 Menschen getötet. Aufgrund der schlechten Sicherheitslage ist die Durchführung der Wahl in vielen Gebieten gefährdet.

sog/AFP/dpa/Reuters



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