Afghanistan Mehr als 30 Tote bei Bombenanschlag

Im Westen Afghanistans sind bei einem Bombenanschlag mindestens 34 Menschen getötet worden. Ein Reisebus ist offenbar auf einen Sprengsatz gefahren.

Kämpfer der Taliban in der westafghanischen Provinz Farah (Archivbild)
AP

Kämpfer der Taliban in der westafghanischen Provinz Farah (Archivbild)


Bei einem Bombenanschlag in der westafghanischen Provinz Farah sind mehr als 30 Menschen getötet worden. Laut mehreren Nachrichtenagenturen starben mindestens 34 Menschen, als ein Bus auf einen Sprengsatz fuhr. Die Zahl der Opfer könnte aber noch weiter steigen. Das teilte demnach ein Sprecher des Gouverneurs von Herat mit.

Einem Provinzrat von Farah zufolge war der Bus auf dem Weg von der westlichen Stadt Herat ins südliche Kandahar. Ein Teil der Verletzten sei in Krankenhäuser nach Farah-Stadt gebracht worden, ein Teil nach Herat.

Selbst gebaute Bomben werden oft von den Taliban gelegt

Die selbst gebauten Bomben werden häufig von Kämpfern der radikalislamischen Taliban gelegt, um Truppenbewegungen der afghanischen Sicherheitskräfte anzugreifen oder zu behindern. Den Vereinten Nationen zufolge ist zuletzt die Zahl ziviler Opfer durch den Einsatz solcher Sprengfallen gestiegen.

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres sind in Afghanistan nach Uno-Angaben fast 1400 Zivilisten getötet und rund 2500 weitere verletzt worden. Täglich sterben Dutzende Sicherheitskräfte und Taliban-Kämpfer bei Gefechten. Seit Jahresbeginn sind zudem 200.000 Menschen innerhalb des Landes vor Kämpfen auf der Flucht.

Taliban lehnt Waffenstillstand ab

Seit Juli des vergangenen Jahres führen die USA direkte Gespräche mit hochrangigen Vertretern der Taliban. Dabei geht es vor allem um Truppenabzüge sowie um die Forderung der USA nach Garantien, dass von Afghanistan aus keine Terroranschläge mehr geplant werden. Einen Waffenstillstand lehnen die radikalislamischen Taliban weiter ab.

Die Konfliktparteien glauben, durch erhöhten militärischen Druck die eigene Verhandlungsposition zu stärken. Die Denkfabrik International Crisis Group warnte kürzlich in einer Analyse, die eskalierende Gewalt könne zu einer Verhärtung der Positionen führen.

höh/dpa/AFP/Reuters



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