Afghanistan Mehr als 8000 Menschen kamen 2007 gewaltsam ums Leben

Die Gewalt in Afghanistan ist auf einem neuen Höchststand: Nach Angaben der Uno kamen 2007 mehr als 8000 Menschen am Hindukusch ums Leben - mehr als in jedem anderen Jahr seit der US-Invasion 2001.

Hamburg - Es ist ein scharfer Anstieg der Gewalt durch Aufständische und Terroristen: Mehr als 8000 Menschen kamen 2007 in Afghanistan nach Angaben der Vereinten Nationen ums Leben. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte, es habe 2007 jeden Monat durchschnittlich 566 Zwischenfälle gegeben, nach 425 pro Monat 2006. Die Zahl der Selbstmordanschläge sei von 123 im Jahr 2006 auf 160 im vergangenen Jahr gestiegen.

Die Gewalt in Afghanistan ist damit auf dem höchsten Stand seit der US-Invasion 2001 zum Sturz der Taliban-Regierung. Diese hatte dem Terrornetzwerk al-Qaida Unterschlupf geboten, das für die Anschläge vom 11. September 2001 in den USA verantwortlich war. Die Aufständischen würden zwar auch in Afghanistan selbst unterstützt, ganz wichtig seien aber die im Ausland beheimateten Netzwerke, erkläre Ban.

Die Gewalt habe sich vor allem auf den Süden und den Osten des Landes konzentriert, wobei immer öfter Taktiken aus dem Irak angewendet würden wie am Straßenrand versteckte Bomben, Selbstmordanschläge und Entführung von Ausländern. Ban verwies darauf, dass sich die Gewalt auch im Süden des Landes auf ein relativ kleines Gebiet konzentriere. 70 Prozent der Gewalt habe sich in zehn Prozent der Bezirke Afghanistans ereignet, in denen sechs Prozent der Bevölkerung lebten.

Auch die Bundeswehr ist in Afghanistan im Einsatz. Während die deutschen Soldaten bisher nur im ruhigeren Norden stationiert waren, sollen sie künftig auch im umkämpfteren Süden des Landes eingesetzt werden.

flo/AP

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