Afghanistan Mehr als 95 Verletzte bei Anschlag in Kabul

Bei der Explosion einer Autobombe in der afghanischen Hauptstadt sind Dutzende Menschen verletzt worden. Die radikalislamischen Taliban bekannten sich zu dem Anschlag.

Ein Polizist vor dem Anschlagsort in Kabul, Afghanistan
Omer Sobhani/ REUTERS

Ein Polizist vor dem Anschlagsort in Kabul, Afghanistan


In der afghanischen Hauptstadt Kabul sind bei der Explosion einer Autobombe mindestens 95 Menschen verletzt worden. Die meisten von ihnen sind Zivilisten, darunter auch Frauen und Kinder, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Ob es Tote gibt, war zunächst ungewiss.

Der mit Sprengstoff gefüllte Wagen detonierte laut Innenministerium nahe eines Polizeigebäudes im Westen der Stadt. In der unmittelbaren Umgebung befindet sich auch eine Militärschule. Nach eigenen Angaben sind die radikalislamischen Taliban dafür verantwortlich. Ihr Ziel sei ein "Rekrutierungszentrum des Feindes" gewesen.

Gewaltige Rauchwolke über der Stadt

Bilder in sozialen Medien zeigten nach dem Anschlag eine gewaltige schwarze Rauchwolke aufsteigen. Augenzeugen berichteten einem lokalen TV-Sender, es seien Schüsse zu hören gewesen. Auch in weiter Entfernung seien Fenster von Geschäften geborsten.

In Afghanistan sollen Ende September Präsidentschaftswahlen stattfinden. In den vergangenen Wochen waren in dem Land mehrere schwere Anschläge mit zahlreichen Todesopfern verübt worden. Insgesamt wurden in dem Land im Monat Juli nach Uno-Angaben mehr als 1.500 Zivilisten getötet oder verletzt. Es handelt sich um die schlimmste Monatsbilanz der politischen Gewalt in dem Land seit Mai 2017.

Dialogkonferenz in Katar

Um den Konflikt in Afghanistan beizulegen, laufen intensive diplomatische Bemühungen. Die USA führen seit Juli 2018 direkte Gespräche mit hochrangigen Vertretern der Taliban. Aktuell läuft die achte Verhandlungsrunde im Golfemirat Katar. Dabei geht es vor allem um Truppenabzüge und Garantien der Taliban zur Terrorismusbekämpfung. Gleichzeitig wird versucht, innerafghanische Friedensgespräche zwischen den Taliban und der Regierung in die Wege zu leiten.

mst/AFP/dpa



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