Afghanistan Mindestens 65 Tote bei Taliban-Angriffen

Bei Taliban-Angriffen auf Einrichtungen der afghanischen Sicherheitskräfte sind mindestens 65 Menschen getötet worden. Bei einem Gefecht kam zudem ein US-Soldat mit deutschem Pass ums Leben.

Verwundeter in der Baghlan-Provinz
Mehrab Ibrahimi/AP

Verwundeter in der Baghlan-Provinz


In Afghanistan haben sich Sicherheitskräfte und Taliban am Wochenende schwere Gefechte mit zahlreichen Toten geliefert. Die Attacken ereigneten sich laut Behörden in den Provinzen Baghlan, Kandahar, Kundus und Fara.

Im Bezirk Nahrin in der Nordprovinz Baghlan zerstörten die Radikalislamisten am Samstag zwei Kontrollpunkte der Armee und töteten dabei mindestens 26 Angehörige einer von der Regierung unterstützten Miliz. Sie nahmen nach Angaben örtlicher Politiker zudem zwei Gefangene. Zwölf weitere Paramilitärs wurden bei den Gefechten verwundet.

Im südlichen Kandarhar sprengten die Aufständischen vier gestohlene Militärfahrzeuge nahe einem Polizeihauptquartier in die Luft. Neben elf Soldaten starben acht im Quartier untergebrachte Angestellte der afghanischen Wahlkommission, wie ein Polizeisprecher sagte. Zudem gebe es Dutzende Verletzte.

In Kundus wurden bei einem Angriff auf den Armeestützpunkt Imam Sahib in der Nacht zum Sonntag mindestens zwölf Soldaten getötet. Mindestens 16 weitere hätten die Radikalislamisten gefangen genommen, berichtete ein Provinzratsmitglied.

In Fara in Westafghanistan kamen am Freitagabend acht Soldaten beim Angriff auf eine Militärbasis um, zudem gab es laut dem Vorsitzenden des Provinzrats weitere Verletzte.

Deutsch-Amerikaner bei Gefecht getötet

Bei einem Einsatz der US-Armee wurde in der vergangenen Woche zudem ein Deutsch-Amerikaner aus Heilbronn getötet. Der 32-Jährige und ein 24 Jahre alter Amerikaner waren am Dienstag in der Provinz Urusgan bei einem Schusswechsel tödlich verletzt, teilte das US-Verteidigungsministerium am Donnerstag mit.

Laut US-Medien waren die beiden Soldaten in einen Hinterhalt der Taliban geraten. Zunächst hatten die "Heilbronner Stimme" und der SWR über den Vorfall berichtet. Hintergründe zu dem Schusswechsel sollen laut Pentagon weiter untersucht werden. Wie die "Heilbronner Stimme" berichtete, besaß der 32-Jährige einen deutschen und einen amerikanischen Pass.

ssu/dpa



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