Afghanistan-Mission Ex-Kommandeur McChrystal prangert US-Strategie an

Der amerikanische Ex-Kommandeur Stanley McChrystal zeichnet ein düsteres Bild von der Mission in Afghanistan: Kaum die Hälfte der Einsatzziele sei erreicht. Beim Einmarsch habe das US-Militär zudem viel zu wenig Ahnung von dem Land gehabt - und daran habe sich leider nicht viel geändert.

REUTERS

Washington - Der ehemalige Kommandeur der Isaf-Truppen in Afghanistan, Stanley McChrystal, hat zehn Jahren nach Beginn des Afghanistan-Kriegs massive Kritik am Fortschritt der Mission geübt. Amerikaner und Nato hätten kaum mehr als 50 Prozent der Ziele erreicht.

Die Amerikaner hätten den Krieg völlig unvorbereitet begonnen, sagte er, mit einem "beängstigend simplen" Bild vom Land. "Wir wussten nicht genug, und wir wissen immer noch nicht genug", sagte McChrystal in Washington beim Think-Tank Council on Foreign Relations in Washington.

Mängel erkennt McChrystal nach eigenen Angaben überall: So hätten die Truppen, ebenso wie ihre Befehlshaber, kaum Informationen über die jüngere Vergangenheit Afghanistans gehabt. Dabei schloss der Ex-Militär sich selbst ein. Zudem hätten die wenigsten Soldaten die Sprache des Landes beherrscht und sich "auch nicht wirklich darum bemüht", so McChrystal.

Die Afghanistan-Mission sei ungleich schwieriger geworden, nachdem die US-Regierung 2003 auch noch die Front im Irak eröffnet hatte. Dies hätte zum einen Truppen und Ausrüstung gebunden, die am Hindukusch dringend gebraucht worden wären. Zudem habe die US-Mission in den Augen vieler Muslime an "Legitimation verloren", so McChrystal.

Unter den verbleibenden Aufgaben sei wohl die schwierigste, eine rechtmäßige Regierung einzusetzen, an die die Afghanen glauben würden und die ein Gegengewicht zu den Taliban bilden könne.

McChrystal war von Juni 2009 an ein Jahr lang Kommandeur der Isaf und der US-Truppen in Afghanistan. Er musste zurücktreten, nachdem er gegenüber dem Magazin "Rolling Stone" abschätzige Bemerkungen über die Regierung Obama gemacht hatte.

jok/fab/AP

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derknecht78 07.10.2011
1. Oh und fällt jetzt erst auf?
Zitat von sysopDas*Bild ist düster, das der amerikanische Ex-Kommandeur Stanley McChrystal von der Mission in Afghanistan zeichnet: Kaum die Hälfte der Einsatzziele sei erreicht. Beim Einmarsch hätte das US-Militär zudem*viel zu wenig Ahnung*von dem Land gehabt - und daran habe sich leider nicht viel geändert. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,790470,00.html
Nachdem tausende ins Gras gebissen haben und Milliarden verschwendet wurden? was hat man nun geschafft? Eigentlich nichts, einen Teppichhändler namens Karzai an die Macht verholfen der nichts besseres zu tun hatte als möglichst viele seiner Sippe zu Pöstchen zu verhelfen. Wenn der letzte Nato Soldat 2014 abzieht wird es nicht lange dauern bis der Taliban wieder an der Macht ist. Bis dahin hat alleine die BRD wohl 20 Milliarden verschwendet. Bis heute waren es 17 und da liege ich mit meinen 20 gesehen auf 2014 noch moderat.
gunman, 07.10.2011
2. Ewig das selbe ...
Zitat von sysopDas*Bild ist düster, das der amerikanische Ex-Kommandeur Stanley McChrystal von der Mission in Afghanistan zeichnet: Kaum die Hälfte der Einsatzziele sei erreicht. Beim Einmarsch hätte das US-Militär zudem*viel zu wenig Ahnung*von dem Land gehabt - und daran habe sich leider nicht viel geändert. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,790470,00.html
Hinterher sind immer alle schlauer, "prangern an" usw. Entweder man macht es richtig oder läßt es ... ... erspart uns doch solche Artikel, die von einander abschschreiben.
niepmann 07.10.2011
3. Man glaubt es kaum .....
Zitat von sysopDas*Bild ist düster, das der amerikanische Ex-Kommandeur Stanley McChrystal von der Mission in Afghanistan zeichnet: Kaum die Hälfte der Einsatzziele sei erreicht. Beim Einmarsch hätte das US-Militär zudem*viel zu wenig Ahnung*von dem Land gehabt - und daran habe sich leider nicht viel geändert. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,790470,00.html
..... aber es gibt Weltenlenker, die weder dazulernen noch denken, bevor sie reden und handeln.
Nonvaio01 07.10.2011
4. da haette man mal die Russen fragen sollen
Zitat von sysopDas*Bild ist düster, das der amerikanische Ex-Kommandeur Stanley McChrystal von der Mission in Afghanistan zeichnet: Kaum die Hälfte der Einsatzziele sei erreicht. Beim Einmarsch hätte das US-Militär zudem*viel zu wenig Ahnung*von dem Land gehabt - und daran habe sich leider nicht viel geändert. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,790470,00.html
tja da haette man mal die Russen fragen sollen, die haetten eines besser auskunft geben koennen.
rosarinimara 07.10.2011
5. .
An seiner Stelle wär ich vorsichtig Interna zu verbreiten - auch wenns nur allgemeine Eindrücke sind die sich kaum an Fakten festmachen lassen.(Was die Glaubwürdigkeit für mich nicht schmälert). Die Amis verstehn kein Spaß bei sowas.
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