Afghanistan-Mission Jung wirbt für Verlängerung der Bundeswehr-Einsätze

Verteidigungsminister Franz Josef Jung hat sich trotz aller Probleme am Hindukusch für eine Verlängerung des Bundeswehr-Mandats in Afghanistan stark gemacht. Es gebe dazu keine Alternative.


Berlin - "Der Minister hält den Einsatz in Afghanistan für sinnvoll und zukunftsweisend", sagte Jungs Sprecher Thomas Raabe. Es gebe dazu keine Alternative. Die junge Demokratie in Afghanistan sei noch nicht stark genug, um Terroristen entgegen zu treten. Die internationalen Truppen seien im Kampf gegen die Taliban erfolgreich. Ein Abzug würde den Rückfall in alte Zustände bedeuten. Jung reiste heute nach Washington, wo er mit seinem amerikanischen Kollegen Robert Gates über Afghanistan sprechen will.

Im Ministerium wird mit einer Verlängerung aller drei Bundestagsmandate für Afghanistan im Herbst gerechnet: Für die Internationale Schutztruppe Isaf mit 3000 deutschen Soldaten, für die Tornado-Aufklärungsflugzeuge mit bis zu 500 Mann und für die US- geführte Operation Enduring Freedom (OEF) mit bis zu 100 Soldaten des "Kommandos Spezialkräfte" (KSK). Verteidigungsexperten des Bundestags fordern allerdings eine Zusammenlegung der Mandate für die ISAF und die Tornados. Und Politiker von SPD, Grünen und Linken kritisierten erneut den Anti-Terror-Kampf der USA in der OEF.

Der CSU-Abgeordnete Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sagte, der Tornado-Einsatz solle fortgeführt und in das Isaf-Mandat integriert werden. Die hohe Zahl ziviler Opfer in den Kämpfen zwischen Taliban und den Truppen der internationalen Allianz unterstreiche die herausragende Bedeutung eines umsichtigen und auf detailgenauen Informationen basierenden militärischen Vorgehens.

Die Grünen dringen auf eine "zivile Großoffensive" in Afghanistan. Der Aufbau einer "breiten Infrastruktur" sowie die Schaffung von Alternativen zum Drogenanbau müssten absolute Priorität haben, sagte Partei-Chefin Claudia Roth. Nur so könne eine politische Perspektive für das Land eröffnet werden.

als/dpa/ddp



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