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Beruf Kriegsreporterin: Anja Niedringhaus und ihre Bilder

Foto: AP/ dpa

Getötete deutsche Kriegsfotografin Täter nennt Rache für Nato-Angriffe als Motiv

Er wollte sich für die Luftangriffe der Nato auf sein Dorf rächen: Dieses Motiv nannte der Polizist, der die deutsche Kriegsfotografin Anja Niedringhaus tötete.

Kabul - Die deutschen Fotografin Anja Niedringhaus wurde Opfer eines Racheakts auf die Nato: Ihr Mörder habe die Luftangriffe des westlichen Militärbündnisses auf sein Dorf in Afghanistan als Motiv für seine Tat angegeben. Das sagte ein Sprecher der Polizei in der afghanischen Unruheprovinz Chost.

Die 48-jährige Deutsche war am Freitag, einen Tag vor der Parlamentswahl in Afghanistan, von dem Kommandeur eines Polizei-Kontrollpunkts erschossen worden. Der Polizist eröffnete das Feuer mit einem Sturmgewehr. Auch ihre kanadische Kollegin Kathy Gannon wurde schwer verletzt. Die 60-Jährige wurde in eine Klinik gebracht. Ihr Zustand sei stabil, hatte die AP am Freitag gemeldet. Beide Frauen arbeiteten bei der amerikanischen Nachrichtenagentur AP.

Ein anwesender freier Mitarbeiter von AP Television habe mitgeteilt, beide Frauen hätten in einem Wagen in einem Wahlkonvoi gesessen, als ein Polizist mit den Worten "Allahu Akbar" (zu Deutsch: Gott ist groß) das Feuer auf sie eröffnet habe. Er habe sich danach widerstandslos festnehmen lassen.

Niedringhaus hatte seit dem Jahr 2002 für AP gearbeitet. Sie war für die Agentur unter anderem im Nahen Osten, im Irak, in Pakistan und in Afghanistan im Einsatz. Im Jahr 2005 gewann sie mit einem AP-Fotografenteam den Pulitzer-Preis für ihre Berichterstattung aus dem Irak. Ihr Leichnam wurde am Samstag nach Deutschland überführt.

Täter in Haft

Der Täter stamme aus der Provinz Parwan und sei seit mehreren Jahren im Dienst gewesen, hieß es bereits am Freitag. In der Vergangenheit hatten mehrfach Polizisten und Soldaten das Feuer auf Ausländer in Afghanistan eröffnet - die Zahl der sogenannten Insider-Attacken war in den vergangenen Monaten stark gestiegen

vek/dpa
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