Afghanistan Nato entsendet 7000 zusätzliche Soldaten

Auch die Verbündeten stocken ihre Truppen auf: 7000 weitere Soldaten sollen zusätzlich zu den 30.000 GIs, die US-Präsident Obama entsendet, nach Afghanistan abrücken. Mindestens 25 Länder werden sich nach Angaben der Nato daran beteiligen.

Nato-Generalsekretär Rasmussen: US-Verbündete schicken mehr Soldaten
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Nato-Generalsekretär Rasmussen: US-Verbündete schicken mehr Soldaten


Brüssel - Das Kontingent ist nicht so groß wie von den USA erhofft, aber immerhin. "Mindestens 25 Länder werden zusätzliche Soldaten schicken. Sie haben 7000 angeboten und es werden noch mehr kommen", sagte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Freitag in Brüssel nach Beratungen der Nato-Außenminister.

Zusammen mit den von US-Präsident Barack Obama angekündigten US-Soldaten würden daher mindestens 37.000 zusätzliche Soldaten nach Afghanistan geschickt. Die von der Nato geführte Afghanistan-Schutztruppe Isaf hat derzeit 83.500 Soldaten.

In einer Rede vor der Militärakademie West Point hatte Obama die Entsendung von 30.000 zusätzlichen US-Soldaten nach Afghanistan erklärt. Zugleich forderte er weitere Unterstützung von den Verbündeten. Verteidigungsminister Robert Gates hatte von 5000 bis 7000 zusätzlichen Soldaten der Nato-Partner gesprochen. Auch US-Außenministerin Hillary Clinton setzte sich in Brüssel für "mehr Kampfeinheiten und mehr Ausbilder" ein.

Der britische Außenminister David Miliband hatte die Alliierten am Freitag aufgerufen, ihre militärischen und zivilen Anstrengungen deutlich zu verstärken. "Jede einzelne Regierung muss sich fragen, ob sie militärisch und zivil das Höchstmögliche tut", sagte Miliband. Großbritanniens Premierminister Gordon Brown hatte bereits im Oktober eine Truppenaufstockung um zusätzliche 500 Mann bekanntgegeben.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) wies die Forderungen nach weiteren Soldaten am Freitag als derzeit "nicht angebracht" zurück. Nato-Diplomaten erklärten, Deutschland sei um 2000 zusätzliche Soldaten gebeten worden. Westerwelle sagte, die Bundesregierung sei aber bereit, mehr beim zivilen Aufbau zu tun - insbesondere bei Aufbau und Schulung der Polizei. Es müsse "eine selbsttragende Sicherheit in Afghanistan durch die Afghanen selbst geben".

Laut Isaf herrscht ein enormer Mangel an Ausbildern für die afghanischen Sicherheitskräfte. So würden für die Schulung der afghanischen Streitkräfte insgesamt 103 internationale Ausbilder-Teams benötigt, 41 mehr als bislang zur Verfügung stünden.

Auch Kanzlerin hält Kunduz-Luftangriff für "nicht angemessen"

Der Bundestag hat am Donnerstag eine Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes beschlossen und die Mandatsobergrenze von 4500 Bundeswehrsoldaten bestätigt. Über eine Truppenaufstockung will die Bundesregierung erst nach einer Afghanistan-Konferenz im Januar entscheiden.

Der Einsatz der Bundeswehr am Hindukusch wird laut einer aktuellen Umfrage von den Bundesbürgern aber zunehmend abgelehnt. 69 Prozent der Deutschen sprechen sich für einen möglichst schnellen Abzug aus, das sind zwölf Prozentpunkte mehr als im September, ergab der aktuelle ARD-"Deutschlandtrend". Nur noch 27 Prozent sind der Meinung, die deutschen Soldaten sollten weiterhin in Afghanistan stationiert bleiben, das bedeutet minus zehn Punkte.

Derweil ist das Verteidigungsministerium mehr als in der Vergangenheit um Offenheit und Aufklärung bemüht. Bundesminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) war am Donnerstag bereits in die Offensive gegangen und hatte öffentlich seine Bewertung der Luftangriffe bei Kunduz korrigiert. Hatte er den Angriff auf zwei Tanklaster, bei dem am 4. September bis zu 142 Menschen ums Leben gekommen oder verletzt worden waren, noch vor wenigen Wochen als "militärisch angemessen" bezeichnet, folgte jetzt die Kehrtwende. Das Bombardement sei "aus heutiger Sicht militärisch nicht angemessen" gewesen, urteilte er nach der Einsicht von Dokumenten, die ihm zuvor vorenthalten worden waren.

Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich dieser Einschätzung angeschlossen: Die Kanzlerin teile die Neubewertung von Verteidigungsminister Guttenberg, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm am Freitag in Berlin. Das Kanzleramt selbst werde keine eigene Gesamtbewertung der Vorgänge vornehmen, da hier militärischer Sachverstand gefordert sei.

kgp/dpa/AFP

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SaT 08.11.2009
1. abziehen oder ewig weiterkämpfen
Wieso siegen? Da keine Kriegsziele existieren kann man im Grunde weder gewinnen oder verlieren sondern nur abziehen oder ewig weiterkämpfen. Vorschlag: wir erklären uns zum moralischen Sieger und ziehen mehr oder weniger geordnet ab. Dem korrupten Karzeiclan, Warlords und die Drogenbarone unserer Wahl geben wir halt soviel Waffen, dass die das Thema Taliban alleine in den Griff bekommen. Wir überlassen Afghanistan den Afghanen und kümmern uns endlich um unsere eigenen Probleme – davon gibt es genug.
Ökopit 08.11.2009
2. Westlich und Islam ...
Zitat von sysopZweifelhafte Präsidentschaftswahlen, ständig neue Angriffe der Taliban, umstrittene Bombardements - mit welcher Strategie können die westlichen Alliierten in Afghanistan siegen?
... schließt sich naturgegeben aus! Die beste Strategie in Afghanistan wäre ein kompletter (und sofortiger) Rückzug des Westens - nicht nur der Truppen, auch aller zivilen "Möchtegern-Helfer" und natürlich der Krämerseelen! Nur, das geht leider "geostrategisch" nicht, denn wer "die Passhöhen des Hindukusch" beherrscht, kann, wenn er will, ganz Asien beherrschen! Die Engländer haben das im 19. Jahrhundert nicht geschafft, die Sowjetunion ab 1980 auch nicht! Die Ami's und ihre Vasallen (leider gehört Deutschland dazu) versuchen das seit 2001! Ich gönn ihnen den Erfolg nicht!
ewspapst 08.11.2009
3. Nur Siegen?
Zitat von sysopZweifelhafte Präsidentschaftswahlen, ständig neue Angriffe der Taliban, umstrittene Bombardements - mit welcher Strategie können die westlichen Alliierten in Afghanistan siegen?
Hier das Ausgangsthema. Ist der Krieg in Afghanistan noch zu gewinnen? Natürlich ist der Krieg zu gewinnen. Haben Sie sich als Forist hier nicht die vielen Militärexperten, Generalsdoppel, Humanisten und göttergleiche Juristen, ja selbst Philosophen, die alle ein ungemein umfassendes und unbedingt richtiges Wissen mitbringen, angeschaut. Ihr Spezialwissen übertrumpft alle, denn das haben sie uns oft genug gesagt. Und warum sollen wir ihnen nicht glauben? Ihre Erkenntnisse erfüllen uns täglich mit staunen, ob der vielen Darbietungen. Sie alle wissen viel besser als die afghanische Bevölkerung, unter welchen Bedingungen dort gelebt werden soll und muss und bringen uns Unwissende alles haarklein nahe. Es ist doch ganz klar, dass die westliche Intelligenz viel klarer definieren kann, was gut und böse ist und was einem Paschtunen natürlich nicht möglich ist. Wie Wahlen zu werten sind, können doch nur die politisch vorgebildeten Nato - Angehörigen. Die westliche Welt hat über lange Zeit nur nach Recht und Gesetz gehandelt, nur um der Menschlichkeit willen und ist deshalb in der Lage, dieses Wissen und Handeln an die dritte Welt weiterzugeben, die dann ebenso handeln soll, ganz besonders die Afghanen. Haben Sie diesen Worten geglaubt? Natürlich, denn sie werden uns doch täglich ohne Unterbrechung frei Haus geliefert. Dann werden "Sie " diesen Krieg auch gewinnen, "wir " Ungläubigen dagegen nicht. Übrigens, warum haben die Russen, die Inder, die Pakistani, die Engländer, wieder die Russen und dann auch die Amerikaner die Kämpfe nicht gewonnen? Die genannten EXPERTEN werden es Ihnen mit vielen Worten und rechtsphilosophischen Erläuterungen sagen.
mark anton, 08.11.2009
4. Ist die Haltung der D Feigheit vor dem Feinde?
oder wie wuerde man es bezeichnen koennen? Auch wenn der Ausgang in Afghanistan wegen der vielseitig unguenstigen und unueberbrueckbaren Problemen negativ ist, haette man als Verbuendeter seine Verpflichtungen nachkommen muessen. Was, wenn D einmal Verbuendete braucht - die Nato koennte dann auch sagen, wir erinnern uns an Kunduz und verhalten uns ebenso.
Stahlengel77, 08.11.2009
5.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,660064,00.html Na prima. Das US-Militär operiert in dem von der Bundeswehr kontrollierten Bereich zusammen mit afghanischer Miliz. Wir können an fünf Fingern abzählen, was das für unsere Soldaten bedeutet: Weitere Destabilisierung, die Taliban werden mehr Zulauf bekommen und wie das bei den Paschtunen so ist, wird die Blutrache ausgerufen und dann wird nicht mehr unterschieden, welches Nationalitätenzeichen auf einer Uniform prangt. Es steht außer Zweifel, das wir mit vermehrten Anschlägen und Angriffen auf unsere Soldaten rechnen müssen nach der Offensive. Und wenn die von der Bundeswehr besetzte Region durch die US-Militärs so richtig aufgemischt wurde, wird eine Aufstockung des Mandats notwendig sein. Ob es dafür eine Mehrheit im Bundestag gibt, wenn auch endlich offiziell von einem Krieg gesprochen wird, ist fraglich. Am Ende werden unsere Soldaten in Afghanistan alleine gelassen, wenn sie das nicht schon sind. Wenn ich von Soldaten, die aus dem Einsatz kommen, hören muss, das sie sich ihre Ausrüstung immer noch selbst kaufen müssen, das sie unter schwierigsten Bedingungen mit unzureichendem Material ihren Aufgaben nachkommen müssen, das die Bevölkerung ihnen weitgehend feindlich gesonnen ist und sie quasi mitanschauen müssen, wie Warlords unbehelligt ihren Opiumanbau vorantreiben und damit enorme Gewinne erzielen (und dagegen nicht vorgegangen wird), da fragt man sich wirklich: Was haben wir dort überhaupt verloren? Die geplante Pipeline der Amerikaner schützen? Abortmücke am Hintern Chinas spielen? (Es ist längst bekannt, das die Taliban einen guten Teil ihrer Waffen aus China gesponsert bekommen) Noch heute bin ich der Meinung, das Struck, Fischer und Schröder juristisch zur Rechenschaft gezogen gehören, da sie deutsche Soldaten in einen Angriffskrieg der USA geschickt haben. In tausenden von Jahren hat niemand es geschafft, diese Region dauerhaft zu besetzen. Nur Wahnsinnige glauben, man könnte dort einen Krieg gewinnen.
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