Afghanistan Nato-Soldat erschießt versehentlich BBC-Reporter

Sechs Wochen brauchte die Nato-geführte Schutztruppe in Afghanistan, um sich zu dem Tod eines BBC-Reporters zu äußern. Jetzt hat sie eingeräumt: Ein Soldat erschoss den Mann bei Gefechten - eine Verwechslung.
US-Armee in Afghanistan: Ein Soldat verwechselte den Reporter

US-Armee in Afghanistan: Ein Soldat verwechselte den Reporter

Foto: TAUSEEF MUSTAFA/ AFP

Kabul - Es habe sich um ein Versehen gehandelt, teilte die Nato-geführte Isaf in Kabul mit. Eine Untersuchung habe ergeben, dass der BBC-Reporter von einem Isaf-Soldaten erschossen worden sei. Er habe den Journalisten für einen Aufständischen gehalten. Die Isaf bedauerte den Vorfall.

Der Reporter Ahmad Omid Khpalwak war seit 2008 als freier Mitarbeiter für den Sender in der Unruheregion tätig. Zudem hatte er für die afghanische Nachrichtenagentur Pajhwok gearbeitet.

Ein Taliban-Selbstmordkommando in der Stadt Tarin Kowt unter anderem den Amtssitz des Gouverneurs der Provinz Urusgan, das Hauptquartier der Polizei und einen Radiosender attackiert. Dabei waren mehr als 20 Menschen ums Leben gekommen. Afghanische und internationale Sicherheitskräfte hatten mehrere Stunden gebraucht, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Bei den Gefechten wurde der Reporter Khpalwak getötet.

Nach Angaben des Komitees zum Schutz von Journalisten (CPJ) kamen in Afghanistan seit 1992 insgesamt 23 Journalisten ums Leben.

Anmerkung der Redaktion: In einer vorherigen Version dieses Artikel stand in der Überschrift, Nato-Soldaten hätten einen "BBC-Soldaten" erschossen. Es handelte sich um einen Reporter. Wir haben den Fehler korrigiert und bitten um Entschuldigung.

heb/dpa