Mission für 2015 Obama erlaubt weitere Kampfeinsätze in Afghanistan

Die Generäle haben sich durchgesetzt: Laut "New York Times" genehmigt Präsident Barack Obama den US-Truppen in Afghanistan 2015 nun doch weitere Kampfmissionen. Auch Kampfjets, Bomber und Drohnen sollen zum Einsatz kommen.
US-Soldaten in Afghanistan: Doch nicht nur Ausbilder?

US-Soldaten in Afghanistan: Doch nicht nur Ausbilder?

Foto: Spencer Platt/ Getty Images

Washington - Noch im Mai hatte Barack Obama im Rosengarten des Weißen Hauses den Auftrag der verbleibenden US-Soldaten in Afghanistan klar umrissen: Eine Ausbildungsmission solle es ab 2015 sein, ausdrücklich kein Kampfeinsatz mehr. Lediglich gegen "das, was von al-Qaida noch übrig ist", so der Präsident, dürften die Truppen noch vorgehen. Nun hat er seine Meinung offenbar geändert: Die Einheiten sollen nun doch deutlich mehr Spielraum für Kampfeinsätze erhalten.

Dies berichtet die "New York Times"  unter Berufung auf zahlreiche Offizielle aus Regierung und Militär. Demnach habe Obama einen bisher nicht öffentlichen Befehl an die Streitkräfte unterzeichnet.

Obamas neue Direktive beinhaltet laut dem Zeitungsbericht:

  • Eine Genehmigung für Kampfhandlungen auch im kommenden Jahr. Eigentlich endet die Operation am Hindukusch nach 13 Jahren am 31. Dezember 2014. Für die Sicherheit in Afghanistan sollen danach die Afghanen selbst sorgen
  • Einsätze nicht nur gegen al-Qaida, sondern ausdrücklich auch gegen die Taliban und andere militante Gruppen, die die Sicherheit der US-Einheiten oder der afghanischen Regierung gefährden könnten
  • Einsätze von US-Kampfjets, Bombern und Drohnen zur Unterstützung der afghanischen Streitkräfte

Unklar ist, ob die Anzahl der stationierten Soldaten gleich bleiben wird. Vorerst sollen, laut dem Plan avom Mai, 9800 US-Einheiten in dem Land bleiben.

Ein US-Regierungsvertreter sagte zu dem Bericht, der US-Kampfeinsatz in Afghanistan werde wie geplant im kommenden Jahr enden. Allerdings habe die Sicherheit der US-Soldaten höchste Priorität, sodass es weitere Einsätze zur Selbstverteidigung und zur Unterstützung des afghanischen Militärs geben werde.

Dagegen zitiert die "New York Times" einen namentlich nicht genannten Regierungsvertreter mit den Worten: "Das Militär hat so ziemlich bekommen, was es wollte." Vor allem Obamas zivile Berater hätten sich für eine reduzierte Rolle des US-Militärs ausgesprochen.

Anti-Beispiel Irak

Letztlich seien die Einwände der Armee aber offenbar zu überzeugend gewesen - gerade mit Blick auf die Entwicklung im Irak. Dort hatte die Terrorgruppe "Islamischer Staat" nach dem Rückzug der US-Truppen binnen kurzer Zeit große Gebiete erobert und unzählige Zivilisten unterjocht.

Zudem habe die neue afghanische Führung unter Präsident Ashraf Ghani bereits eine mögliche Zustimmung zu einer ausgeweiteten Militärmission signalisiert. Vorgänger Hamid Karzai hatte sich noch vehement gegen einen solchen Schritt gesträubt. "Es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht", so US-General John F. Campbell über die Kooperation der beiden Präsidenten mit den internationalen Truppen: "Ghani ist auf uns zugekommen. Wir haben nun Möglichkeiten, die wir unter Karzai nicht hatten."

jok
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