Afghanistan Präsident Karzai segnete 15 Exekutionen ab

Präsident Karzai hatte ein Moratorium gegen die Todesstrafe angekündigt - dennoch sind nun zum ersten Mal seit drei Jahren wieder Exekutionen in Afghanistan durchgeführt worden. Das könnte für Ärger mit westlichen Nato-Truppen sorgen.


Hamburg/Kabul - In Afghanistan sind zum ersten Mal seit mehr als drei Jahren verurteilte Häftlinge hingerichtet worden. Der Leiter der Gefängnisbehörde, Abdul Salam Ismat, erklärte heute, die 15 Gefangenen seien in Übereinstimmung mit dem Gesetz am Sonntagabend erschossen worden.

Zuletzt war in Afghanistan im April 2004 ein Todesurteil vollzogen worden. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International erklärte damals, der afghanische Präsident Hamid Karzai habe ihr zugesagt, ein Moratorium über die Todesstrafe zu verhängen.

In einer Erklärung der Regierung, die im Fernsehen verlesen wurde, hieß es, Karzai habe die Todesurteile nach der Entscheidung einer von ihm einberufenen Sonderkommission bestätigt. Dies sei geschehen, um Verbrechen wie Mord, Raub und Entführungen zu verhindern und die Stabilität des Landes zu sichern. Unter den Hingerichteten war ein Mann, der wegen der Ermordung von drei ausländischen und einem afghanischen Journalisten 2001 zum Tode verurteilt worden war.

Die Hinrichtungen werden wahrscheinlich die Beziehungen zwischen Afghanistan und einigen Nato-Ländern mit Truppen dort erschweren. Die internationalen Soldaten nehmen häufig Aufständische fest und übergeben sie den afghanischen Behörden. Einige Länder könnten eine Übergabe verweigern, wenn den Gefangenen die Todesstrafe droht.

flo/AP



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