Studie Krieg in Afghanistan fordert rund 68.000 Todesopfer

Seit 14 Jahren wird am Hindukusch gekämpft - eine Studie liefert nun neue Informationen über die Todesopfer. Demnach haben allein in Afghanistan fast 70.000 Menschen ihr Leben gelassen. Und die Zahlen steigen wieder.
Attentat in Afghanistan (am 1. Juni 2015): Immer wieder zivile Opfer

Attentat in Afghanistan (am 1. Juni 2015): Immer wieder zivile Opfer

Foto: Ghulamullah Habibi/ dpa

Die US-amerikanische Brown Universität listet auf, wie viele Todesopfer der Afghanistan-Krieg seit 2001 gefordert hat. Das Ergebnis: Rund 68.000 Menschen haben ihr Leben verloren, seit die internationalen Truppen in das Land eingerückt sind und das Taliban-Regime gestürzt haben. Etwa genauso viele wurden seitdem verletzt.

"Costs of war" heißt die Studie , die sich knapp 14 Jahre lang mit kriegsbedingten Todesfällen, Verletzungen und Vertreibungen in Afghanistan, Irak und Pakistan beschäftigte - bis die internationalen Einsatztruppen die Regionen im vergangenen Jahr verließen. Die im Land verbliebenen Soldaten sollen nun die afghanische Armee so gut ausbilden, dass sie im Kampf gegen die Taliban alleine bestehen kann.

Doch die Opferzahlen steigen aktuell wieder. Die Uno meldete laut der Nachrichtenagentur AP 974 Tote und 1963 verletzte afghanische Zivilisten in den ersten vier Monaten dieses Jahres - ein Anstieg der Zahlen um 16 Prozent. Dies belegt laut Neta Crawford, einer der Forscherinnen der Brown Universität, dass der Krieg in Afghanistan noch längst nicht beendet ist: "Er wird schlimmer", sagte sie.

Noch drastischer wird das Bild, nimmt man die Zahlen aus den Krisenländern Afghanistan, Irak und Pakistan zusammen: Dort starben rund 350.000 Menschen seit 2001. Darunter befanden sich rund 220.000 Zivilisten, die meisten von ihnen im Irak. In der Realität seien die Zahlen wahrscheinlich noch höher. Die Todesopfer unter den Zivilisten seien nur schwer zu erheben, sagte Crawford. Während die Zahlen über getötete Soldaten penibel genau aufgezeichnet werden, gebe es teilweise keine genauen Angaben über zivile Opfer.

Die meisten zivilen Opfer hat es der Studie zufolge nach 2007 gegeben: Mehr als 17.700 Menschen sind demnach zwischen 2009 und 2014 getötet worden, die meisten von den Aufständischen. Es gab dabei nicht nur Opfer auf Seiten der Afghanen: Auch Tausende Taliban, Alliierte, Journalisten und Entwicklungshelfer wurden im Afghanistan-Krieg getötet.

kry/AP