Anschlag in Kabul Seehofer hält an Ausbildungsmission in Afghanistan fest

Nach einem schweren Terroranschlag in Kabul setzte die Bundespolizei ihre Ausbildungsmission in Afghanistan vorerst aus. Innenminister Seehofer kündigte nun eine Fortsetzung des Projekts an.

Soldaten am Anschlagsort in Kabul (5. September): Bei dem Attentat der Taliban wurden mehrere Menschen getötet
Omar Sobhani/REUTERS

Soldaten am Anschlagsort in Kabul (5. September): Bei dem Attentat der Taliban wurden mehrere Menschen getötet


Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will die Ausbildungsmission der Bundespolizei in Afghanistan fortsetzen. "Auf dem Weg zu einem dauerhaften Frieden, zu Sicherheit und stabilen staatlichen Verhältnissen braucht die afghanische Regierung weiterhin unsere Unterstützung. Deshalb werden wir dieses erfolgreiche deutsch-afghanische Polizeiprojekt auch fortsetzen", sagte Seehofer "Bild am Sonntag".

Nach einem Terroranschlag Anfang September hatte die Bundespolizei das Ausbildungsprojekt vorerst ausgesetzt. Die schwer gesicherte Unterkunft im sogenannten "Green Village" in der Hauptstadt Kabul war nicht mehr bewohnbar.

Die Bundespolizei führt in Afghanistan seit 2002 ein Ausbildungsprogramm für die afghanische Polizei durch, dazu entsenden die Bundesländer jeweils für ein Jahr Bundespolizisten.

hut/dpa



insgesamt 13 Beiträge
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filimou 15.09.2019
1. Ausbildung ???
Was haben denn die Ausbilder die letzten 18 Jahre gemacht? Irgendwann müssen die Menschen so weit ausgebildet sein, dass sie selbst ausbilden können? Oder soll hier wieder verschleiert werden, was die Deutschen in Afghanistan wirklich tun?
michidharky 15.09.2019
2.
Wie bereits schon einmal geschrieben: Die Bundesländer entsenden keine Bundespolizisten. Im Gegenteil, die teilnehmenden Landespolizisten werden von der Bundespolizei ausgebildet und ausgestattet. Es wird nicht richtiger wenn man es in jedem Artikel wiederholt. Danke für die professionelle Berichterstattung.
Steve Kadisha 15.09.2019
3. Ausbildung im "sicheren Herkunftsland"
Die Ausbildung wird von Landes- und Bundespolizisten gemeinsam betrieben, früher auch in Kunduz und Mazar-i-Sharif. Die Landespolizisten werden zur Bundespolizei abgeordnet und gehen formalrechtlich für die Bundespolizei dorthin und sind dort sich schon gestorbener. Die EU hat ihre Mission beendet. Ein großer Teil der ausgebildeten afghanischen Polizisten ist inzwischen tot, Opfer des Krieges mit Taliban und "IS in Koreshan". Die Ausbildung hat nicht verhindert, dass immer mehr Landesteile an die Islamisten fallen und immer mehr Zivilisten sterben. Die Sicherheit der deutschen Polizisten ist nicht gewährleistet, jeder weiß das seit dem Feuergefecht am deutschen Konsulat in Mazar und jetzt bestätigt. Trotzdem soll die Mission weitergehen, um weiter aus Deutschland in den Krieg abschieben zu können, sonst hätte man ein Argumentationsproblem zum "sicheren Herkunftsland Afghanistan". Eine perfide "Logik" auf dem Rücken deutscher Polizisten.
räbbi 15.09.2019
4.
Zitat von filimouWas haben denn die Ausbilder die letzten 18 Jahre gemacht? Irgendwann müssen die Menschen so weit ausgebildet sein, dass sie selbst ausbilden können? Oder soll hier wieder verschleiert werden, was die Deutschen in Afghanistan wirklich tun?
Ist wie ein kaputter Motor. Da können sie solange den Anlasser juckeln lassen, wie sie wollen. Sobald sie aufhören steht das Dingens wieder.
claus7447 15.09.2019
5. Warum und welches Ziel?
Es gibt den Spruch: gib dem hungernden keinen Fisch, gib ihm die Angel. Ausbilder ausbilden. Hier oder an einem sicheren Platz. Afghanistan hängt seit 20 Jahren und defakto schon länger in einer endlosen Terrorschleife. Es ist ein Failed State. Korruption, Armut, Religionskriege und unterbezahlt Staatsdiener. Meine Befürchtung: es wird nie das, was wir uns erhoffen.
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