Afghanistan Selbstmordanschlag der Taliban - Zivilisten getötet

Dreifacher Mord durch Taliban: Durch eine Autobombe kamen Passanten in Kabul ums Leben, darunter zwei Kinder. Der Angriff habe sich gegen ausländische Soldaten gerichtet, teilte die Polizei mit.


Kabul - Der Selbstmordattentäter fuhr in Kabul mit einer Autobombe in einen Konvoi ausländischer Soldaten. Dabei wurden am Donnerstag nach Polizeiangaben drei Afghanen getötet und vier verletzt. Soldaten kamen nicht zu Schaden, wie ein Sprecher der US-geführten Koalition erklärte. Unter den Toten war nach Angaben eines Augenzeugen mindestens ein Kind.

In der Straße befinden sich viele kleine Läden, häufig sind dort Fußgänger unterwegs. Der Selbstmordanschlag habe sich "gegen Ausländer" in zwei Geländewagen gerichtet, teilte Kabuls Polizeichef Alischah Paktiawal mit. An den Fahrzeugen entstand jedoch nur geringer Sachschaden. Kurz nach der Tat trafen amerikanische Soldaten am Anschlagsort ein, einer Straße, die zu mehreren Militärstützpunkten führt.

Zu der Tat bekannten sich die radikal-islamischen Taliban durch ihren Sprecher Sabihullah Mudschahed gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Ein Journalist am Anschlagsort berichtete, die Explosion habe einen Krater in die Straße gerissen. Auf der Straße lagen Autowrackteile. Soldaten riegelten die Straße ab.

30 Taliban durch Nato-Luftangriff getötet

Bei Gefechten in der südwestafghanischen Provinz Farah sind gleichzeitig nach afghanischen Armeeangaben 30 Taliban-Kämpfer getötet worden. Der Kommandeur für die Westregion, Dschalander Schah Behnam, sagte am Donnerstag, zwei Soldaten und ein Polizist seien ebenfalls ums Leben gekommen.

Am Mittwoch hatten Soldaten der von der Nato geführten internationalen Schutztruppe Isaf sowie der afghanische Sicherheitskräfte das Lager der Taliban angegriffen. Bei den folgenden Kämpfen sei ein Polizist getötet worden. Später sei das Taliban-Lager dann aus der Luft bombardiert worden. Unter den getöteten Aufständischen seien auch Rebellenanführer und ausländische Kämpfer. Ein Polizeisprecher in der Region bestätigte die Gefechte vom Mittwoch, machte aber keine Angaben zu Opfern.

fat/AFP/dpa



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