Afghanistan Selbstmordattentäter greift kanadischen Konvoi an

Im Süden Afghanistans hat ein Selbstmordattentäter einen Konvoi der Koalitionstruppen ins Visier genommen. Bei seinem Angriff nahe Kandahar wurden zwei kanadische Soldaten verletzt.


Kandahar - Einem Polizeivertreter zufolge galt der Selbstmordanschlag gezielt kanadischen Truppen. Auf der Hauptstraße nahe Kandahar hatten Selbstmordattentäter am Samstag zwei kanadische und sechs afghanische Soldaten getötet. Ann einem Grenzübergang zündete ein weiterer Selbstmordattentäter eine Granate und riss einen Menschen mit in den Tod. Der Mann kam gemeinsam mit vier weiteren Passagieren in einem Taxi von Pakistan zum Grenzübergang in der Provinz Chost. An dem Kontrollpunkt warf der Attentäter zunächst eine Granate auf die Beamten, verletzte aber niemanden, wie ein regionaler Polizeichef mitteilte. Als die Polizisten das Auto umstellten, zündete er eine zweite Granate im Wagen. Der Attentäter und ein weiterer Fahrgast kamen ums Leben, die drei anderen Passagiere wurden verletzt.

In den vergangenen zwei Monaten haben Kämpfer der Taliban verstärkt Anschläge im Süden Afghanistans ausgeführt. In wenigen Tagen übernimmt die Nato die Verantwortung für die Sicherheit in der Region. Bislang ist sie bereits für Kabul und den relativ friedlichen Norden und Westen zuständig. Die 2001 von US-geführten Truppen gestürzten Taliban haben das erklärte Ziel, die ausländischen Soldaten aus dem Land zu treiben und die Regierung von Präsident Hamid Karzai zu stürzen. Rund 2800 Soldaten der Bundeswehr sind im Norden stationiert. Sie sollen dort den Wiederaufbau des Landes sichern.

lan/Reuters/AP



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