Afghanistan Selbstmordattentäter tötet fünf Kinder

Bei einem Anschlag im Süden Afghanistans sind fünf Kinder getötet worden. Der Attentäter hatte es auf einen Politiker abgesehen, doch dieser blieb unverletzt. In der Region gab es in den vergangenen Monaten immer mehr Angriffe von Extremisten - bald soll eine Offensive gegen die Extremisten starten.


Kabul - Bis Ende des Jahres werde sich in Afghanistan die Sicherheitslage verbessern, glaubt der Verteidigungsminister in Kabul. Bis dahin werde es Fortschritte im Kampf gegen die radikalislamischen Taliban geben, sagte Abdul Rahim Wardak bei einem Besuch in Malaysia: "Mit der richtigen Strategie und genügend Truppen sind wir erstmals auf dem richtigen Weg." Doch auch er muss zugeben: Die Gewalt im Land nimmt zu.

Bei einem Selbstmordanschlag im Süden Afghanistans am Montag wurden fünf Kinder getötet. In der Provinz Kandahar explodierte eine Autobombe, als sich der Konvoi des Distriktgouverneurs näherte. Der Regionalpolitiker blieb unverletzt. "Aber fünf unschuldige Kinder wurden getötet", teilte das Innenministerium mit.

Die Taliban übernahmen die Verantwortung für den Anschlag. Nachdem die Polizei eintraf, explodierte ein weiterer Sprengsatz am Straßenrand, teilten die Beamten mit. Zwei Polizisten seien dabei verletzt worden.

Allein im Juli wurden nach Angaben des Innenministeriums etwa 270 afghanische Zivilisten in verschiedenen Teilen des Landes getötet. Auch in Kandahar hat die Zahl der Anschläge in den vergangenen Monaten zugenommen.

Tausende US-Soldaten wurden nach Kandahar und in die benachbarte Provinz Helmand verlegt, um die Taliban in ihren Hochburgen zu bekämpfen. In der Region soll in wenigen Wochen eine größere Militäroffensive gegen die Extremisten beginnen. Afghanische und Nato-Soldaten töteten in der Nacht zum Montag neun Taliban-Kämpfer in einem anderen Bezirk in Kandahar, wie es hieß.

Auch in Helmand kommt es immer wieder zu Angriffen. Wie das britische Verteidigungsministerium am Montag mitteilte, wurden dort am Sonntag zwei britische Soldaten getötet. Einer der beiden kam bei einem Gefecht ums Leben, der zweite starb bei einer Explosion.

kgp/dpa/apn/AFP



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Gandhi, 25.07.2010
1. Wie oft soll dieser Krieg
Zitat von sysopFast 92.000 US-Dokumente über den Afghanistan-Krieg sind an die Öffentlichkeit gelangt. Sie enthüllen die wahre Dimension des Militäreinsatzes - das Wirken der amerikanischen Task Force 373, die Probleme der Bundeswehr, die Zusammenarbeit pakistanischer Geheimdienstler mit den Taliban. Kann der Westen den Krieg am Hindukusch noch gewinnen?
denn noch gewonnen werden? Wie oft sollen wir uns denn noch anhoeren muessen, dass jetzt die entscheidenden 6 Monate kommen? Dass, wenn "wir" alles richtig machen, der Krieg dann gewonnen ist. Ich kann es schon gar nicht mehr hoeren. Das Einzige, was diesen Krieg beendet, ist ein Ereignis, bei dem eine grosse Menge Soeldner sich aus dieser Welt verabschieden. Dann wird der politische Druck so gross, dass das Gerede davon, dass Freiheit und Demokratie in Afghanistan die Opfer wert sind, untergeht im Protest. Die Afghanen sollen ihren eigenen Weg gehen, ihre eigenen Probleme loesen. Von aussen koennen deren Probleme auch nicht in 10 oder 20 Jahren geloest werden.
ayamo, 25.07.2010
2. Titel
Plain and simple? Ein militärischer Sieg? Auf gar keinen Fall. Irgendein schaler Verhandlungsfrieden mit den Taliban wäre allerdings auch nicht ideal, da diese sich nicht an solche Verträge/Vereinbarungen halten.
kleenermann 25.07.2010
3.
Zitat von sysopFast 92.000 US-Dokumente über den Afghanistan-Krieg sind an die Öffentlichkeit gelangt. Sie enthüllen die wahre Dimension des Militäreinsatzes - das Wirken der amerikanischen Task Force 373, die Probleme der Bundeswehr, die Zusammenarbeit pakistanischer Geheimdienstler mit den Taliban. Kann der Westen den Krieg am Hindukusch noch gewinnen?
Wie oft soll diese Frage noch gestellt werden? Nein, man kann ihn nicht gewinnen.
edgarzander 25.07.2010
4. Wo ist der Aha-Effekt?
Zitat von sysopFast 92.000 US-Dokumente über den Afghanistan-Krieg sind an die Öffentlichkeit gelangt. Sie enthüllen die wahre Dimension des Militäreinsatzes - das Wirken der amerikanischen Task Force 373, die Probleme der Bundeswehr, die Zusammenarbeit pakistanischer Geheimdienstler mit den Taliban. Kann der Westen den Krieg am Hindukusch noch gewinnen?
Enthüllungen? Ich hätte mir da ein bischen mehr erwartet und war nach dem Durchlesen des Artikels irgendwie enttäuscht. Ist doch alles inzwischen mehr oder weniger bekannt...
machorka-muff 25.07.2010
5. red herring
der westen kann und braucht in afghanistan nicht zu gewinnen: abmarsch! die sache mit der enthüllung brisanter kriegsdokumente riecht faul - wahrscheinlich der nächste verarschungs coup der cia.
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